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UN-Generalsekretär Guterres fordert neue Zypern-Gespräche
Nikosia auf Zypern ist die letzte geteilte Hauptstadt der Welt. Durch sie verläuft eine UN-Pufferzone, die auch die Insel teilt. UN-Generalsekretär Guterres fordert nun neue Gespräche zwischen den Parteien.
UN-Generalsekretär Antonio Guterres dringt auf eine neue Runde von Gesprächen zur Lösung der Zypernfrage. Eine UN-Pufferzone teilt die Insel in die Republik Zypern im Süden, und die Türkische Republik Nordzypern, die nur von der Türkei anerkannt wird. Das ist der Stand seit 1974.
Bei seinem Besuch in der Hauptstadt Nikosia sagte Guterres, er sei überzeugt, dass eine Lösung von entscheidender Bedeutung sei - nicht nur für die Interessen und den Frieden der zyprischen Bevölkerung, sondern auch als Stabilitätsfaktor in einer zunehmend gefährlich instabilen Region.
Jahrzehnte wurde die Politik Zyperns von wenigen großen Parteien geprägt. Dieses Modell gerät unter Druck.
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Guterres erklärte, an den Gesprächen im sogenannten Fünf-plus-eins-Format sollten Vertreter aus Nord- und Südzypern teilnehmen, ebenso wie die sogenannten Garantiemächte Großbritannien, Griechenland und die Türkei. Zustimmung signalisiert hätten bereits der Präsident der Republik Zypern, Nikos Christodoulides, sowie sein Amtskollege im Norden, Tufan Erhüman. Er steht der Türkischen Republik Nordzypern vor.
1974 hatten nationalistisch geprägte griechische Zyprer geputscht - daraufhin hatte die türkische Armee den türkisch geprägten Norden besetzt. Offiziell herrscht bis heute bloß ein Waffenstillstand, Blauhelme kontrollieren die Pufferzone, die quer über die Insel verläuft. Die letzten Verhandlungen über eine Wiedervereinigung waren im Jahr 2017 gescheitert. Das solle sich nicht wiederholen, sagte UN-Generalsekretär Guterres in Nikosia. "Ich will keine Fünf-plus-eins-Treffen mehr ohne Ergebnisse. Ich will ein erfolgreiches Treffen, um den Weg für eine Lösung zu ebnen", sagte er.
Die griechisch-zyprische Politikanalystin Andromachi Sophocleus ist skeptisch, ob es überhaupt einen Termin dafür geben wird. Die UN alleine könne keinen Frieden verordnen. Wenn es eine Botschaft von Guterres' Besuch gebe, dann sei es diese, so Sophocleus. Sie engagiert sich seit Jahren für eine Wiedervereinigung.
Ihrer Meinung nach müssten die politischen Vertreter Nord- und Südzyperns jetzt auch den politischen Willen für eine Annäherung zeigen. "Es hängt davon ab, ob wir aus den Vorbereitungen für die Fünf-plus-eins-Konferenz endlich greifbare Ergebnisse sehen werden." Sophocleus denkt vor allem an ein verbindliches Regelwerk für die Gespräche, und an vertrauensbildende Maßnahmen, wie zum Beispiel neue Grenzübergänge in der UN-Pufferzone. Zyprische Medien berichten, dass sich die Vertreter aus Süden und Norden bei diesem Thema zuletzt nicht auf einen Kompromiss einigen konnten.
Interview
15.07.2026
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