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Tschechien plant Staustufe: Schnellere Durchfahrt auf der Elbe?
Tschechien will kurz vor der deutschen Grenze an der Elbe eine Staustufe bauen. Güterschiffe sollen die Strecke so leichter passieren können. Aus der Wirtschaft gibt es Zustimmung - von Umweltverbänden dagegen Kritik.
Im Hafen von Děčín ist Geduld gefragt. Nur rund 15 Kilometer flussabwärts liegt die deutsche Grenze. Doch der Abschnitt bei Děčín ist ein Nadelöhr: Bei Niedrigwasser reicht die Fahrrinnentiefe für viele Güterschiffe nicht aus.
Fast ein Jahr mussten riesige Spezialbehälter des Děčíner Herstellers Chart Ferox auf die Verschiffung Richtung Hamburg warten. Einer von ihnen war 52 Meter lang, wog rund 230 Tonnen und war für ein Stahlwerk in Nordschweden bestimmt. Für Straße oder Schiene waren die Kolosse zu groß. Erst Mitte März führte die Elbe genügend Wasser für den Transport.
Seitdem sei im Hafen Děčín kein weiteres Güterschiff abgefertigt worden, sagt Hafenleiterin Petra Gruberová. Der trimodale Hafen kann zwar weiter mit Bahn und Lastwagen arbeiten. Doch für Generatoren, Transformatoren, große Tanks und andere Schwerlastprodukte ist das Schiff häufig die einzige Transportmöglichkeit.
Die langen Niedrigwasserperioden sind ein Problem: "Es könnte passieren, dass einige Unternehmen ihre Betriebe hier in Tschechien schließen und die Produktion ins Ausland verlagern", warnt Gruberová.
Je größer und je sperriger die Güter, desto wichtiger wird der Transport über die Flüsse. Im Hafen von Děčín sind alle Beteiligten auf einen höheren Pegelstand der Elbe angewiesen.
Solche Wartezeiten will die Regierung mit dem Bau einer Staustufe bei Děčín verhindern. Das Vorhaben ist seit Jahrzehnten in der Planung, steckt aber seit 2005 im Umweltverfahren fest. Der erste Anlauf wurde 2019 gestoppt: Das tschechische Umweltministerium hatte die Unterlagen mehrfach zur Überarbeitung zurückgegeben.
Auch Sachsen und die Bundesregierung erhoben Einwände. Sie sahen mögliche Konflikte mit dem europäischen Natur- und Gewässerschutz, unter anderem wegen der Folgen für Wanderfische, geschützte Lebensräume und die Wasserqualität.
Der Rheinpegel ist schon jetzt zu niedrig, Schiffe können nur mit einem Drittel der Last fahren.
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Nun will die tschechische Regierung das Projekt beschleunigen. Das tschechische Umweltministerium, das bislang Nachbesserungen verlangte, tritt nun selbst als Antreiber des Projekts auf. An der Spitze steht mit Igor Červený ein Mitglied der Motoristenpartei. Sie fordert schnellere Umweltprüfungen und wirbt mit "gesundem Menschenverstand statt grünem Extremismus".