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Nach Andrang in Ceuta: Spanien verteidigt seine Migrationspolitik
In Ceuta sind die Menschen verärgert - sowohl Bewohner als auch Migranten. Unklar ist, warum Marokko den Ansturm überhaupt zugelassen hat. Spanien verteidigt unterdessen seine Migrationspolitik gegen Kritik aus der EU.
Eine rote, schwimmende Barriere durchzieht jetzt das Gewässer vor Ceuta an der Grenze zu Marokko. Sie soll verhindern, dass Menschen weiterhin nach Spanien schwimmen. An Land - oberhalb des Strands - kehren unterdessen Tausende von Ceuta nach Marokko zurück. Es sind die Nachzügler der 50.000, die nach Angaben des Innenministeriums in den vergangenen Tagen in die Stadt gekommen sind. Die meisten haben Ceuta schon am Freitag wieder verlassen.
Auch dieses junge marokkanische Paar ist auf dem Weg zur Grenze. "Da gibt es für uns nichts zu tun. Alles ist geschlossen", sagt die Frau mit einem Neoprenrucksack. Und ihr Freund erklärt, die Spanier in Ceuta hätten die Geschäfte absichtlich geschlossen. "Obwohl wir Geld haben", sagt er, "damit wir nichts zu essen kaufen können, nicht mal Brot."
Vor der Küste wurde eine schwimmende Barriere errichtet.
Aus Richtung Marokko kommt hingegen niemand mehr. Die marokkanische Polizei verhindere, dass man sich von dieser Seite der Grenze nähere, berichten spanische Medien.
In den wieder geöffneten Straßencafés von Ceuta sind die Menschen dennoch verunsichert. Eine Cafébesitzerin erzählt: "Wir hatten seit zwei Tagen geschlossen. Unsere Mitarbeiter aus Marokko konnten nicht mehr kommen." Heute sei es ruhiger, berichtet sie - aber Ceuta braucht in ihren Augen mehr Polizei und Militär. "Das hier war eine Warnung: Wenn die wollen, können die jederzeit wieder hier einfallen."
Ein Spanier fragt sich, wie der Andrang von Zehntausenden Marokkanern Spaniens Regierung derart überraschen konnte: "Wo ist der spanische Geheimdienst? Als Bürger Ceutas und Spaniens bin ich empört."
Kommentar
01.08.2026
Angesichts der Ereignisse in Ceuta die Reisefreiheit in Europa in Frage zu stellen, ist reiner Populismus, meint Hans-Günter Kellner.
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Auch der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska hatte darauf keine Antwort. Er konzentrierte sich auf das humanitäre Drama in den spanischen Gewässern. Immer noch suchen spanische Polizeitaucher das Meer nach Leichen ab.