// TAGESSCHAU WIRTSCHAFT — FINANZA
Wie viel Vorbereitung braucht der Neustart im Ausland?
Sonne, Meer und Schluss mit Stress: So wird das Auswandern auf Social Media gern dargestellt. Doch es lauern viele finanzielle Fallen.
Immer mehr Menschen träumen davon, Deutschland zu verlassen. Mallorca steht dabei sinnbildlich für das, was viele Auswanderer wollen: Raus aus dem grauen Alltag, rein in ein Leben mit Sonne, Meer und mehr Lebensqualität. So wie das deutsche Paar Tati und Kenny aus Dresden. Die beiden haben sich nach einer Weltreise entschieden, nicht nach Deutschland zurückzukehren, sondern auf die Insel auszuwandern.
"Wir wussten immer, dass wir eigentlich im Warmen wohnen wollen. Die Lebensqualität ist hier einfach eine andere", sagen sie. Auf Mallorca fühle sich der Tag leichter an - dabei kamen sie ohne festen Job, ohne Wohnung und ohne Spanischkenntnisse.
"Das Schlimmste, was passieren kann, ist doch, dass wir es hier nicht schaffen. Dann gehen wir zurück nach Deutschland oder woanders hin", sagt Tati im Interview mit dem ARD-Format ECHT?. Das Paar lebt seit Monaten von Ersparnissen. Vor der Auswanderung haben sie all ihre Besitztümer verkauft, um ihr neues Leben in Spanien beginnen zu können.
Leicht ist der Start trotzdem nicht: Tati und Kenny brauchen für das Leben in Spanien das sogenannte "Empadronamiento", die kommunale Anmeldung. Ohne diese Meldebescheinigung gibt es zum Beispiel keine spanische Steuernummer und auch keine Krankenversicherungskarte. "Einen Termin für den Antrag zu kriegen, ist extrem schwer. Ohne Hilfe hätten wir erst nächstes Jahr einen bekommen", so Kenny. Tati und Kenny lassen sich deshalb von einer lokalen Agentur unterstützen, die gegen Gebühr früheren Zugang zum Amt organisiert.
Raus aus der Kälte und überwintern im Süden?
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Wer auswandern will, kann sich aber auch schon vorher, noch in Deutschland, beraten lassen. Hierzulande gibt es offizielle, zertifizierte Beratungsstellen. Eine davon ist das Raphaelswerk in Hamburg. Dort hilft Nina Treue Menschen, die ins Ausland wollen. "Kürzlich hatte ich eine Beratung für ein Land, dass ich selber erst mal googeln musste: Die Pitcairn Islands. Dieses britische Überseegebiet im Pazifik erreicht man nur, wenn man nach Neuseeland fliegt und dann über Tahiti und Französisch-Polynesien mit dem Boot auf diese Inselgruppe fährt."
Sowas sei aber eher die Ausnahme, sagt sie, klassische Ziele seien Österreich, Spanien und die USA. Aus ihrer Sicht unterschätzen viele Auswanderer vor allem, was vor dem Weggang aus Deutschland zu regeln ist: Abmeldung beim Einwohnermeldeamt, Information des Finanzamts, Krankenversicherung. Zudem fehle vielen ein finanzielles Polster. "Das wirkliche Minimum ist immer, dass man das Rückflugticket bezahlen kann", betont sie.
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Doch anstatt bei einer zertifizierten Beratungsstelle nachzufragen, ziehen viele Auswanderer ihre Informationen aus dem Internet. Auch Tati und Kenny haben sich über Social Media informiert: "Es gibt super viele Influencer, die ausgewandert sind und wirklich alles teilen", berichten sie.