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Cyberangriffe auf Wasserwerke in mehreren US-Bundesstaaten
Cyberkriminelle manipulieren programmierbare Steuerungen von Wasserwerken in einigen US-Bundesstaaten. Der Iran wird verdächtigt, Trump sieht das anders.
In den USA schlagen Kriminal- und Umweltbehörden Alarm: Das FBI und die Environmental Protection Agency (EPA) haben nach einer Welle von Cyberangriffen auf kritische Infrastrukturen im Wasser- und Abwassersektor eine dringende Warnung herausgegeben. Seit mehreren Tagen meldeten demnach einschlägige Einrichtungen aus mindestens sieben US-Bundesstaaten Sicherheitsvorfälle. Die Angreifer sollen gezielt industrielle Steuerungssysteme ins Visier nehmen, was an mehreren Orten zu spürbaren Beeinträchtigungen der Wasserversorgung führte.
Im Zentrum der Attacken stehen laut dem Hinweis programmierbare Steuergeräte (PLCs) von Rockwell Automation aus der Modellreihe Allen-Bradley MicroLogix 1100 und 1400. Die Angreifer verschafften sich über das Internet Fernzugriff auf ungeschützte Steuerungen. Einmal eingedrungen, änderten sie IP-Adressen und Passwörter. Die Folge sei ein plötzlicher Verlust der Überwachungs- und Steuerungsfähigkeiten für die Techniker vor Ort. In mindestens einem Fall seien die Steuerungslogik und Projektdateien direkt manipuliert worden.
Das FBI berichtet von operativen Folgen wie Druckabfällen im Leitungsnetz und Überflutungen. Ein Druckverlust birgt das Risiko, dass unbehandeltes Grundwasser in das Rohrnetz einsickern kann. Allein in Minnesota gerieten mehr als 30 kommunale Wasserwerke ins Visier. Wie stark der Betrieb beeinträchtigt wird, hängt davon ab, ob die Steuerung nur überwacht oder aktiv regelt und wie schnell Techniker auf manuellen Betrieb umstellen können.
Auch aus Georgia und Michigan werden ähnliche Cyberangriffe gemeldet. In Michigan informierte der Katastrophenschutz die lokalen Behörden nach der FBI-Warnung, woraufhin neun Vorfälle bekannt wurden, die genau dem beschriebenen Muster entsprachen. Die Cybersicherheitsbehörde CISA bestätigte, dass Angreifer gezielt Passwörter änderten, um Betreiber von der Steuerung auszusperren.
Die Angriffe offenbaren Schwachstellen in der Netzinfrastruktur. Dienstleister nutzen häufig identische Netzwerkeinrichtungen bei verschiedenen Kunden. Diese Standardisierung ermöglicht es Cyberkriminellen, einmal erfolgreiche Angriffsmuster rasch auf weitere Einrichtungen zu übertragen und mehrfach zuzuschlagen.
Politisch sorgen die Vorfälle für scharfe Auseinandersetzungen. Während einer Kabinettssitzung in Camp David wies US-Präsident Donald Trump Verdächtigungen in Richtung ausländischer Akteure zurück. Der Republikaner erklärte ohne Beweise, er mache die Führung von Minnesota und vor allem den Gouverneur Tim Walz von den Demokraten für die Ereignisse verantwortlich. Das dortige Spitzenpersonal sei völlig inkompetent, giftete Trump gegen seinen einstigen Widersacher bei den Präsidentschaftswahlen. Behauptungen über eine iranische Täterschaft tat er mit der Bemerkung ab, der Iran habe derzeit ganz andere Probleme.
Walz wies Trumps Vorwürfe umgehend zurück. Der Gouverneur hob hervor, der Präsident wisse genau, wer verantwortlich sei und dass auch andere Bundesstaaten getroffen wurden. Dies sei moderne Kriegsführung. Ferner rügte Walz, dass Kürzungen durch das Department of Government Efficiency (DOGE) bei der CISA die USA für Cyberattacken verwundbar gemacht hätten. Experten in Minnesota hätten die Schwachstellen trotzdem rasch identifiziert.
Hintergrund des Streits sind Berichte, wonach Bundesbehörden Führungskräfte in Minnesota darüber brieften, dass der Iran hinter den Angriffen stecken könnte. Bereits zuvor hatten CISA und FBI öffentlich gemacht, dass mit Teheran verknüpfte Gruppen gezielt vernetzte Geräte angriffen. US-Geheimdienste geben zu bedenken, der Iran sei zunehmend gewillt und in der Lage, Cyberoperationen gegen Infrastrukturen durchzuführen. Offiziell betont das FBI aber, dass die Ermittlungen nach allen Seiten andauerten. Das Weiße Haus hatte 2024 schon vor gefährlichen Cyberangriffen auf Wasserwerke