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Deutschland verliert bei Innovationen den Anschluss
Deutschland galt lange als Innovationsweltmeister. Doch das Land verliert seit Jahren an Boden, während China und die USA aufholen oder vorbeiziehen. Experten sehen dennoch Chancen für eine Trendwende.
Ob Automobilindustrie, Chemie oder Pharma - über Jahrzehnte galt Deutschland als einer der innovativsten Industriestandorte der Welt. Doch dieser Vorsprung schmilzt. Das zeigt sich unter anderem bei den Patentanmeldungen, einem wichtigen Indikator für Forschungs- und Entwicklungsleistungen.
Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) geht die Zahl der Patentanmeldungen aus Deutschland seit mehreren Jahren zurück. Gleichzeitig investieren Länder wie China, Südkorea oder die USA deutlich stärker in Forschung und Entwicklung - und bauen ihren Vorsprung in wichtigen Zukunftstechnologien aus.
Das Alter beeinflusst offenbar, wie wahrscheinlich Forschende bahnbrechende Innovationen hervorbringen.
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"Deutschland hat tatsächlich ein Innovationsproblem", sagt Oliver Koppel, Patentforscher am IW, im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. Dabei gehe es weniger darum, dass in Deutschland gar nicht mehr innoviert werde. Vielmehr hätten andere Länder ihre Forschungsanstrengungen massiv ausgeweitet und Deutschland teilweise überholt.
Dabei seien gerade für ein rohstoffarmes Land Innovationen entscheidend. "Wir müssen durch Forschung und Entwicklung neue Technologien hervorbringen", sagt Koppel. Wenn Patente zurückgingen, verliere Deutschland langfristig auch den Zugang zu wichtigen Spitzentechnologien.
Der Negativtrend habe bereits vor der Corona-Pandemie eingesetzt, sagt Koppel. Die Pandemie habe die Entwicklung zwar verstärkt, sei aber nicht ihre Ursache gewesen.
Der Abstand zum Westen schrumpft nur noch langsam, mahnen die Autoren - und stellen den klassischen Aufholprozess infrage.
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Besonders deutlich sei der Rückstand in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung oder moderner Kommunikationstechnologie. Nach einer IW-Auswertung hat Deutschland in 13 von 14 untersuchten Industriebranchen im internationalen Vergleich an Innovationskraft verloren. Lediglich der Maschinenbau behauptet danach weiterhin eine Spitzenposition.
Ein Beispiel für den Verlust der Innovationskraft ist die Automobilindustrie. Jahrzehntelang war Deutschland vor allem beim klassischen Verbrennungsmotor weltweit führend. Mit dem Wandel hin zu Elektromobilität, Batterietechnik und softwarebasierten Fahrzeugen haben sich die Voraussetzungen verändert. Gerade bei Batterien und wichtigen Teilen der neuen Wertschöpfungskette haben andere Länder inzwischen einen Vorsprung aufgebaut.