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US-Forscher enthüllen nicht deklarierte Uran-Exporte aus dem Kongo
Der Kongo ist der größte Kobaltproduzent. Das Erz enthält Uran, das mit exportiert wird. Die Mengen könnten beträchtlich sein, was damit geschieht, ist unklar.
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Die Demokratische Republik Kongo (DRK) ist ein wichtiger Rohstoffexporteur: Das Land ist seit den 1960er-Jahren Marktführer beim Kobalt. Das dort gefundene Kobalt enthält jedoch Anteile von Uran, das ohne Kontrolle der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) weitergereicht wird. Zwei Forscher aus den USA haben versucht zu extrapolieren, wie viel Uran der Kongo auf diese Weise exportiert wurde. Dafür haben Ryan Manzuk von der Princeton University und Sébastien Philippe von der University of Wisconsin-Madison die Fördermengen von Kobalterzen sowie Rohstoffvorkommen in der DRK und geochemische Daten zu den dort gewonnenen Erzen ausgewertet.
Die Förderung, der Export und der Handel mit Uran werden an die IAEO gemeldet und streng überwacht. Früher wurde im Süden der DRK Uran abgebaut – das Material für das Manhattan-Projekt, die erste Atombombe, kam von dort. Das Land hat jedoch seit gut 20 Jahren keine Uran-Exporte mehr gemeldet.
Allerdings wird im Bereich der ehemaligen Uran-Mine in Shinkolobwe weiter Bergbau betrieben. Etwa 70 Prozent des weltweiten Kobaltbedarfs stammen von dort. Das dort gefundene Kobalthydroxid kann bis zu drei Gewichtsprozent Uran enthalten. „Wenn Bergbauunternehmen in dieser Region also Kobalt abbauen, bekommen sie dabei auch relativ große Mengen an Uran – mehr, als man in gewöhnlichem Gestein vorfindet –, da das Uran am Kobalts dranhängt“ sagte Manzuk.
Nach den Ergebnissen von Manzuk und Phillipe wird das Uran nicht absichtlich aus der DRK herausgeschmuggelt: Das Uran bleibe bei der hydrometallurgischen Aufbereitung des Kobalts für den Export erhalten, da beiden Elemente ein ähnliches chemisches Verhalten aufwiesen, schreiben sie in einer Studie in der Fachzeitschrift Nature Communications. Entsprechend wird das am Kobalt haftende Uran mit exportiert – die Aufbereitung des Kobalthydroxits zu Kobaltmetall findet nicht im Land statt.
Zwischen 2000 und 2024 könnten 2000 bis 5000 Tonnen aus der DRK exportiert worden sein, schätzen die beiden Forscher. „Diese Menge an nicht deklariertem Uran könnte verwendet werden, um spaltbares Material für etwa 600 bis 1.500 Atomwaffen herzustellen oder um einen typischen Leichtwasserreaktor für 10 bis 25 Jahre zu betreiben“, sagte Philippe. „Es handelt sich also um eine ziemlich große Menge.“
Weniger als 10 Prozent wurden nach Erkenntnissen der Forscher offiziell deklariert. Da das Uran nicht gemeldet wurde – und damit offiziell nicht existiert –, unterliegt auch seine Verwendung keinerlei Kontrolle. „Es könnte in einem zivilen Atomenergieprogramm ebenso wie in einem militärischen Programm landen, weil niemand danach fragen wird, was mit diesem Uran passiert.“
Klar ist, dass das Uran-haltige Kobalt zum großen Teil nach China geht: Dort gibt es etwa 95 Prozent der Verarbeitungsstätten, die Kobalthydroxid zu Kobaltmetall verarbeiten, das beispielsweise für die Akkus von Elektroautos benötigt wird. Erst hier wird das Uran abgetrennt – und zu einem willkommenen Nebenprodukt.
Sie seien besorgt, dass die Menge weit über das hinausgehe, was dir DRK und China an die IAEO meldeten, sagte Phillippe. "Das ist schon ein Problem."