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Welternährungsprogramm: Hungerkrise in Afghanistan spitzt sich zu
Viele Länder kürzen ihre Gelder für Entwicklungshilfe - mit verheerenden Folgen: Das Welternährungsprogramm warnt vor einer Ernährungskrise in Afghanistan, die "außer Kontrolle gerät" - besonders bei Kindern.
Die Hungerkrise in Afghanistan nimmt nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) immer verheerendere Ausmaße an. Die Kürzung der Entwicklungshilfe vieler Geberländer bedeute, dass das Programm der Vereinten Nationen nur noch eins von neun unterernährten Kindern in dem Land unterstützen kann, berichtet der WFP-Landesvertreter für Afghanistan, John Aylieff.
"Die Zahl der Kinder, die in Gesundheitszentren eingeliefert werden, steigt rasant an", erklärte Aylieff. Viele kämen zu spät, um noch gerettet zu werden. Die Ernährungskrise in Afghanistan gerate "außer Kontrolle".
47 Prozent der Minderjährigen seien im ersten Quartal dieses Jahres unterernährt gewesen. Nach UN-Schätzung leben mehr als 48 Millionen Menschen in Afghanistan. Die Auszehrung bei Kindern - die gefährlichste Form der Unterernährung - habe mittlerweile "in einem Drittel der Provinzen des Landes ein kritisches Ausmaß erreicht". Besonders hart treffe es Kinder unter zwei Jahren, so Aylieff.
Weltspiegel
19.04.2026
Die UN stehen finanziell unter Druck wie nie zuvor. Die Folge: Die Helfer werden zunehmend hilflos.
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Die Folgen dürften irgendwann auch über die Landesgrenzen Afghanistans hinaus spürbar werden, warnt Aylieff: "Extremer Hunger treibt Migration und Radikalisierung voran und führt letztendlich zu Instabilität." Diese Instabilität mache nicht vor Grenzen halt.
Neben der drastischen Kürzung der Hilfsgelder tragen dem UN-Landesdirektor zufolge auch Konflikte, Handelsbeeinträchtigungen und Zwangsrückführungen aus Nachbarländern - insbesondere Iran und Pakistan - zu dem beispiellosen Ausmaß akuter Unterernährung bei. Im vergangenen Jahr sei die Zunahme der Unterernährung im Vergleich zum Vorjahr so hoch wie nie zuvor gewesen, und in diesem Jahr sei die Lage "noch schlimmer".
Der weitgehende Stopp der US-Hilfen verschärft die Hungerkrise in Afghanistan dramatisch.
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Das WFP habe bislang nur gut ein Zehntel der 900 Millionen US-Dollar (rund 780 Millionen Euro) erhalten, die es für Afghanistan für dieses Jahr veranschlagt hatte, sagte Aylieff.