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Schwache Konjunktur: Mittelstand steckt in der Kreditklemme
Für mittelständische Betriebe wird es immer schwieriger, Darlehen von ihren Banken zu erhalten. Wegen der schlechten Wirtschaftslage werden die Geldinstitute vorsichtiger. Das erschwert den Firmen Investitionen zusätzlich.
"Die Entscheidung unserer Hausbank hat mich verwundert - und auch enttäuscht", sagt Laura Lang. "Wir haben die Investition dann aus eigenen Mitteln gestemmt, aber verstanden habe ich die reservierte Haltung des Kreditinstitutes bis heute nicht." Lang ist Geschäftsführerin in der Orthopädie-Branche im rheinland-pfälzischen Neuwied. Zusammen mit ihr leiten ihr Bruder und ihr Vater das Familienunternehmen. So wie der 36-Jährigen geht es vielen mittelständischen Unternehmen bundesweit. Sie kommen immer schwerer an Kredite.
Der Betrieb von Laura Lang fertigt und handelt mit orthopädischen Vorprodukten. Daraus entstehen später etwa Prothesen, Einlagen oder Maßschuhe. Das Familienunternehmen gibt es in der fünften Generation. Vor kurzem stand eine größere Investition an. "Es ging um einen sechsstelligen Betrag für eine neue Fertigungsanlage. Die haben wir gebraucht, um künftig am Markt auch gegenüber der ausländischen Konkurrenz bestehen zu können."
Die Gesundheitsbranche sei bislang krisensicher, sagt Laura Lang: "Wir haben eine stabile Ertragslage, langfristig gesicherte Aufträge und auch eine gute Eigenkapitalquote. Dennoch verlangte die Bank, mit der wir seit Jahrzehnten zusammenarbeiten, zusätzlich noch eine Bürgschaft - in der halben Höhe der Kreditsumme." Da die Kredite sich zuletzt verteuert haben und derzeit bei über vier Prozent Zinsen liegen, habe sie die Anfrage dann zurückgezogen, erzählt Lang.
Inzwischen hat die Firma die neue Anlage, allerdings finanziert aus Eigenmitteln. "Wir sind an den Standort gebunden, wollen und können nicht verlagern", so Lang. Die Finanzierung sei ein Kraftakt gewesen. Auf Dauer könne die Firma das aber nicht immer wieder aus eigenen Mitteln leisten, stellt die Geschäftsführerin klar.
Die KfW hat 2025 ein Drittel mehr Kredite und Zuschüsse vergeben als im Jahr davor.
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Wie der Firma Lang aus Neuwied geht es inzwischen vielen Betrieben aus dem Mittelstand. Das geht aus einer vor kurzem veröffentlichten Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hervor. Die KfW hat hierbei mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut ifo aus München zusammengearbeitet. Danach klagen so viele Betriebe wie noch nie zuvor, dass Banken bei der Kreditvergabe äußerst restriktiv seien. 40 Prozent der befragten Unternehmen sind dieser Ansicht - ein Rekordwert.
"Die schwache Konjunktur hinterlässt Spuren in den Bilanzen der Unternehmen. Die Eigenkapitalquoten und die Ratings haben sich zuletzt verschlechtert. Darauf reagieren die Banken mit höheren Risikoaufschlägen und härteren Finanzierungskonditionen", erklärt Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Gleichzeitig fragten aber auch immer weniger Unternehmen frisches Geld nach. Und: Auch das Interesse von Großunternehmen fällt laut Studie abermals schwach aus. Nur gut 27 Prozent von ihnen führten im zweiten Quartal Kreditgespräche, so die KfW.
Die Bundesregierung gibt Milliarden aus, Unternehmen zögern beim Investieren.
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Auch Hans-Jürgen Völz verfolgt die Entwicklung der Kredite in Deutschland schon seit längerem mit Sorge. Er ist Chefvolkswirt beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW). "Unsere Mitglieder haben wegen der restriktiven Kreditvergabe der Banken zunehmend Schwierigkeiten, überhaupt noch Investitionen zu tätigen."