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Halo 2: Tom Cruise und Julia Roberts sollten laut bizarrem Party-Pitch die Hauptrollen spielen
Komponist Marty O'Donnell schlug das Angebot einer Hollywood-Agentur aus Höflichkeit aus. Für das neue Remake standen die Original-Stimmen wieder im Studio.
Hollywood-Superstar Tom Cruise stand keineswegs kurz davor, dem berühmten Halo-Protagonisten Master Chief seine Stimme zu leihen – und auch Weltstar Julia Roberts war nie wirklich für Halo im Gespräch. Es gab zwar mal eine Unterhaltung auf einer Party zwischen einem Casting-Agenten und Halos Synchronregisseur und Komponisten Marty O'Donnell, aber mehr war da letztlich nicht dran.
Das Gerücht, dass Cruise fast das Aushängeschild von Bungies Kulthit geworden wäre, kam vor einem Jahr auf. Damals verriet der langjährige Master-Chief-Sprecher und ehemalige Radio-DJ Steve Downes auf seinem YouTube-Kanal: "Ich glaube, Tom Cruise wurde tatsächlich als Option für den Master Chief genannt." Die Story dahinter: Nach dem gewaltigen Erfolg von Halo 1 pochte Microsoft auf ein Halo 2 und wollte dafür offenbar ganz große Namen an Bord holen.
In einem neuen Interview mit Game Informer bringt O'Donnell nun mehr Licht ins Dunkel. Er erzählt, dass Microsoft ihn damals zu Hollywood-Partys schickte, weil die Vorfreude auf Halo 2 riesig war. O'Donnell dachte zu dieser Zeit ohnehin darüber nach, das Casting für die Fortsetzung breiter aufzustellen. Auf einer dieser Partys kam schließlich ein Typ auf ihn zu, legte den Arm um ihn und sagte: "Marty, du weißt, es ist so weit! Das ist eine ganz große Nummer. Du spielst jetzt in der absoluten Spitzenliga. Du musst in jeder Hinsicht eine Schippe drauflegen. Wir vertreten Julia Roberts und Tom Cruise."
"Tom Cruise war damals übrigens schon ein Bungie-Fan, ob ihr es glaubt oder nicht", fuhr O'Donnell fort. "Er hatte Myth gespielt, weshalb wir nicht zum ersten Mal von ihm hörten. Der Typ meinte im Grunde: 'Wir sollten diesen Deal eintüten, damit Tom Cruise den Master Chief spricht und Julia Roberts Cortana in Halo 2 übernimmt.'"
O'Donnells Reaktion war reine Höflichkeit. "Ich meinte nur: 'Wow, das ist ja echt cool! Ja, vielen Dank'", erzählte er. Insgeheim dachte er jedoch keine Sekunde ernsthaft darüber nach: "Ich wusste genau, dass das alles ruiniert hätte."
O'Donnell war überzeugt, dass nicht große Stars die Fans umhauen, sondern ein gutes Spiel. "Microsoft wollte, dass wir der engen Verbindung zu unserer Community treu bleiben", sagte er. "Wenn wir einfach Tom Cruise und Julia Roberts reingeworfen hätten, wäre das am Anfang vielleicht cool gewesen, aber ich hätte unmöglich Jen Taylor und Steve Downes ersetzen können. Die Fans hatten bereits eine tiefe Bindung zu diesen Stimmen aufgebaut, denn sie waren für sie der Master Chief und Cortana."
"Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, sie zu ersetzen. Deshalb war das auch nie wirklich ein Thema. Aber ich ziehe Jen und Steve heute noch ab und zu gerne damit auf: 'Wisst ihr eigentlich, dass ich Julia Roberts und Tom Cruise hätte haben können?' Es ist einfach eine witzige Story. Weiter als bis zu diesem einen Gespräch ist es nie gegangen."
Downes und Taylor haben ihre Zeilen für das diesjährige Remake von Halo 1 – Halo: Campaign Evolved – jedenfalls komplett neu eingesprochen. Microsoft lieferte auf dem jüngsten Xbox Games Showcase im Sommer einen ausführlicheren Blick auf den Titel.