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Kioxia GP1: PCIe-6.0-SSD erreicht mit XL-Flash 10 Mio. IOPS
Kioxia konkretisiert seine im März angekündigte GP-Serie für KI-Systeme. Die erste SSD namens GP1 nutzt PCIe 6.0 und XL-Flash der zweiten Generation, erreicht bis zu 10 Millionen IOPS und soll GPUs als vergleichsweise günstige Erweiterung des knappen HBM dienen.
Die Kioxia GP1 ist nicht als herkömmlicher Massenspeicher für Server gedacht. Stattdessen soll sie innerhalb neuer Speicherhierarchien zwischen dem schnellen, aber teuren und kapazitätsbeschränkten High Bandwidth Memory (HBM) einer GPU und gewöhnlichen SSDs angesiedelt werden. GPUs sollen dabei unmittelbar auf den Flash-Speicher zugreifen können.
Kioxia unterstützt damit unter anderem Nvidias im März vorgestellte Storage-Next-Initiative. Diese sieht SSDs vor, die speziell für von GPUs initiierte Zugriffe ausgelegt sind. Größere Datensätze müssen dadurch seltener zwischen langsameren Speicherebenen und dem HBM verschoben werden, was die Auslastung der Beschleuniger verbessern soll.
Die nun angekündigte GP1 setzt dafür auf XL-Flash der zweiten Generation. Dabei handelt es sich um Kioxias besonders latenzarmen Flash-Speicher, der als Storage Class Memory vermarktet wird. Gegenüber herkömmlichem TLC-NAND verspricht der Hersteller eine höhere IOPS-Leistung, einen geringeren Energieverbrauch pro Zugriff und Zugriffe auf kleinere Datenblöcke.
Bei zufälligen Lesezugriffen mit einer Blockgröße von 512 Byte soll die GP1 bis zu 10 Millionen IOPS erreichen. Zum Vergleich: Aktuelle schnelle Enterprise-SSDs kommen typischerweise auf einige Millionen zufällige Lesezugriffe pro Sekunde. Die Zahlen sind allerdings nur eingeschränkt direkt vergleichbar, da Hersteller bei gewöhnlichen SSDs meist mit 4-KB-Blöcken messen.
Angaben zur sequenziellen Übertragungsrate, zur Schreibleistung, zur Latenz und zu den angebotenen Speicherkapazitäten macht Kioxia bislang nicht. Fest steht lediglich, dass die SSD nach PCIe 6.0 und NVMe 2.2 entwickelt wird.
Angeboten werden soll die GP1 in den Server-Formfaktoren E3.S sowie E1.S mit einer Höhe von 9,5 oder 15 mm. Alle Varianten können laut Kioxia mit Luft gekühlt werden. Für die E3.S-Version und die 9,5 mm hohe E1.S-Ausführung ist zusätzlich eine Flüssigkeitskühlung über eine Kühlplatte vorgesehen.
Ungewöhnlich hoch fällt auch die angegebene Haltbarkeit aus. Kioxia nennt bis zu 50 Drive Writes per Day, kurz DWPD. Die gesamte Speicherkapazität der SSD dürfte damit während des vorgesehenen Nutzungszeitraums rechnerisch bis zu 50-mal täglich überschrieben werden. Klassische Enterprise-SSDs sind je nach Modell häufig für weniger als eine bis wenige vollständige Laufwerksbeschreibungen pro Tag ausgelegt.
Erste Evaluierungsmuster der GP1 sollen ausgewählte Kunden bis Ende 2026 erhalten. Einen Termin für die Serienproduktion oder Preise nennt Kioxia noch nicht. Die Architektur soll langfristig weiter skalieren: Auf die zunächst anvisierten 10 Millionen IOPS sollen in einer späteren Generation bis zu 100 Millionen IOPS folgen.