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Krisentreffen zu Niedrigwasser: Wenn die Wasserstraßen versiegen
Deutschlands Flüsse führen Rekord-Niedrigwasser. Vor allem Wirtschaft und Schifffahrt sind massiv betroffen. Verkehrsminister Bilger lädt daher heute zum Krisentreffen. Was kann das bringen?
Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) lädt heute zu einem Niedrigwasser-Spitzentreffen in Bonn. Zu der "Fachkonferenz" hat Bilger unter anderem Hafenbetreiber und Vertreter der Binnenschifffahrt eingeladen sowie von Transportproblemen betroffene Unternehmen. Auch die Konferenz der Verkehrsminister der Länder beschäftigt sich heute mit dem Thema. Worum geht es?
Deutsche Flüsse führen derzeit an vielen Stellen Niedrigwasser, Regenschauer lassen die Wasserstände nur kurzzeitig steigen. Eine echte Entspannung ist nicht im Sicht, schreibt die Bundesanstalt für Gewässerkunde in einem aktuellen Bericht. Insgesamt überwiege "die weiterhin sinkende Tendenz".
In Köln wurde am Samstag der niedrigste Pegelstand seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen: 67 Zentimeter - zwei Zentimeter weniger als im Oktober 2018. In Duisburg-Ruhrort (150 Zentimeter) und in Düsseldorf (22 Zentimeter) wurden am Sonntag historische Tiefststände verzeichnet.
Laut dem Informationssystem Niwis wiesen zuletzt rund 44 Prozent der Messstellen im Rhein extrem niedriges Wasser aus, 16 Prozent in der Elbe und circa 78 Prozent der Donau-Messstellen.
Vielerorts wurden neue historische Tiefststände gemeldet - und die Lage droht sich weiter zu verschlechtern.
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"Wir befinden uns gerade in einer extremen Dürre", sagte Markus Weitere vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig (UFZ) der Nachrichtenagentur dpa. Aktuell sei der Süden Deutschlands sehr stark betroffen, auch das Ursprungsgebiet des Rheins in der Schweiz etwa. Das mache sich an den Pegeln von Rhein und Donau bemerkbar. Der Dürremonitor, den das UFZ betreibt, zeigt insbesondere für den Süden Deutschlands, dass in den tiefen Bodenschichten immer weniger Wasser verfügbar ist.
Martin Helms von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) spricht gegenüber der dpa von einer "außergewöhnlichen Situation mit extremen Wasserständen, zum Teil unter den bekannten niedrigsten Wasserständen". Alle großen Flüsse - besonders Rhein, Donau, Elbe - seien gleichzeitig stark betroffen, und das schon sehr früh im Jahr. Die typische Niedrigwasser-Saison sei üblicherweise erst im Spätsommer oder Herbst.
Häufigere und heftige Hitzewellen sowie zunehmende Dürren sind Folgen des Klimawandels. Eine wärmere Atmosphäre kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, weshalb längere Trockenphasen zunehmen. Auch das BfG geht davon aus, dass der Klimawandel langfristig dazu führt, dass Niedrigwasserereignisse intensiver werden, weil mehr Wasser verdunstet.
Fachleute fordern ein neues Wassermanagement und mehr Klimaschutz.
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