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Einstellung von Spiele-Discs: Sony klebt Warnlabels auf Retail-Boxen der PS5
Sony hat im Juli die Einstellung von Spiele-Discs für das Jahr 2028 offiziell angekündigt. Daraufhin folgte sogar bereits eine erste Klage. Nun wurde eine erste Retail-Box der PlayStation 5 entdeckt, die Käufer auf das Disc-Aus explizit hinweist. Das deckt sich mit den bisherigen Ankündigungen.
Erstmalig entdeckt hat die neuen Hinweise der X-Nutzer BehindTGames, dem das Bild zugespielt wurde. Auf dem Bild ist zu sehen, wie Sony in mehreren Sprachen vor dem Aus der Spiele-Discs warnt. Sony beteuert im gleichen Atemzug jedoch, dass bisherige Discs weiterhin von einem Laufwerk eingelesen werden können. Laut BehindTGames sollen bereits ganze Lieferungen mit dem neuen Aufdruck angekommen sein. Eine Verbreitung im Einzelhandel könnte also möglicherweise demnächst anrollen.
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⚠️ Ya están empezando a llegar remesas de consolas PS5 a las tiendas con este mensaje en la caja:AVISO IMPORTANTE: A partir de enero de 2028, los nuevos lanzamientos de juegos para PlayStation estarán disponibles para su compra en PlayStation Store y a través de minoristas… pic.twitter.com/E7dpJSnFb2
Das Vorgehen passt zu mehreren Ankündigungen von Sony im Juli, etwa während der Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen: Ab 1. Januar 2028 wird Sony demnach keine physischen Spiele mehr auf einer Disc anbieten. Alle Spiele, die ab 2028 erscheinen, werden bei Sony demzufolge nur noch digital erhältlich sein. Titel, die davor als Disc erscheinen, werden weiterhin als Disc erhältlich bleiben.
Laut Sony wünschen sich Spieler das so, sagte der Konzern bereits Anfang Juli. Der Bedarf an Spiele-Discs sei schlicht aus der Zeit gefallen, der Absatz von digitalen Spielekopien deutlich höher. Tatsächlich entfielen im Jahr 2024 nur noch rund 3 Prozent der Gaming-Umsätze Sonys auf den Verkauf physischer Datenträger. Dieser Wert ist jedoch verzerrt, denn auch digitale Kopien kommen nur auf rund 20 Prozent, der Rest entfällt unter anderem auf Mikrotransaktionen. Bezogen nur auf Spieleverkäufe entfällt damit noch rund ein Achtel auf physische Datenträger, nicht nur drei Prozent.
Nur kurze Zeit später hat Sony dann plötzlich die Bestellmengen des PlayStation-5-Laufwerks limitiert. Hintergrund ist eine erhöhte Nachfrage. Schon damals warf ComputerBase die Frage auf, wie dieser scheinbare Widerspruch zusammenpasst: Spieler wollen laut Sony keine Spiele-Discs mehr, aber sehr wohl ein physisches Laufwerk?
Der niederländische Verbraucherverband Stichting Massaschade & Consument will sich das Vorgehen zumindest nicht gefallen lassen und hat Mitte Juli Klage eingereicht. Der Verband fordert 400 Millionen Euro an Entschädigung von Sony, weil Spieler ab Januar 2028 Spiele zu höheren Preisen einkaufen müssten. Physische Spiele-Discs seien im Schnitt günstiger, die digitalen Kopien mit einer „Sony-Steuer“ versehen.
Vielleicht soll der neue Hinweis auf den Retail-Boxen auch genau hier weiteren Klagen den Wind aus den Segeln nehmen: Käufer können so nicht geltend machen, dass sie bei einem Kauf nicht über das Aus der Spiele-Discs in Kenntnis gesetzt worden waren. Online weist Sony bereits beim Kauf eines Laufwerks für die PlayStation 5 auf die Änderung hin. Die Ankündigung im Juli erfolgte zudem rund 18 Monate vor dem eigentlichen Aus, womit es auch hier schwerer zu argumentieren wird, die Entscheidung sei plötzlich gefallen.