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Devolver Digital will die Börse verlassen und nennt zahlreiche Gründe
Der Indie-Publisher beantragt das Delisting vom AIM-Markt – um Kosten zu sparen und den Fokus wieder voll auf Spiele statt Aktionäre zu legen.
Devolver Digital plant, wieder zurück in die Privatwirtschaft zu gehen und die Börse hinter sich zu lassen. Das soll dem Entwickler Kosten und Ärger sparen, da sie die frustrierende und nie endende Jagd nach immer mehr Wachstum endlich beenden können und nicht mehr primär auf die Interessen der Aktionäre achten müssen.
Von Entlassungswellen bis Einheitsbrei - in der Spieleindustrie gibt es derzeit viele Probleme. Devolver Digital ist im November 2021, als das Unternehmen den großen Erfolg von Fall Guys feierte, selbst an die Börse gegangen und erfährt nun am eigenen Leib, was dieser Schritt langfristig bedeutet. Der Kurs fällt und die Interessen der Aktionäre stehen im Vordergrund. Das kann die Entwicklung einschränken oder sogar ausbremsen.
Das Unternehmen hat laut der eigenen Investor-Relations-Seite einen Antrag auf Delisting beim AIM-Markt gestellt. Darüber, ob Devolver Digital die Börse verlässt, wird am 8. September in einer großen Versammlung abgestimmt.
Der 2009 gegründete US-Publisher ist bekannt für stilprägende Indie-Hits wie Hotline Miami, Cult of the Lamb, Enter the Gungeon oder The Talos Principle. Das Studio setzt seit jeher auf kreative Freiheit und ungewöhnliche Spielkonzepte.
Seit dem Einzug an die Börse hat die Videospielbranche "eine Phase erheblicher Umbrüche und Volatilität durchlaufen, geprägt von weitverbreiteten Entlassungen bei Studios und Publishern, der Konsolidierung von Plattformen sowie erheblichen Wertminderungen in der gesamten Branche", so Devolver Digital. Zudem solle der Aktienkurs nicht dem tatsächlichen Marktwert des Unternehmens entsprechen, da langfristige Umsätze nicht angemessen berücksichtigt werden würden.
Ein weiteres Argument für den Rückzug sind die Kosten, die Devolver Digital mit diesem Schritt sparen kann. Jährlich sollen rund 1,6 Millionen Dollar eingespart werden können.
Generell weist das Unternehmen darauf hin, dass der ständige Druck nach Wachstum dem Qualitätsanspruch und den Wünschen der Spieler in die Quere kommen kann. "Entwicklungszeitpläne können unvorhersehbar sein; folglich kann die finanzielle Performance zwischen den Berichtsperioden stark schwanken und folgt nicht zwangsläufig einem linearen Verlauf."