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Erste Bilanz nach 3 Monaten: Australiens Social-Media-Verbot zeigt kaum Wirkung
Drei Monate nach Einführung der australischen Social-Media-Altersbeschränkung zeigt eine erste Untersuchung, was nicht wenige Experten vorausgesagt hatten: Die Wirkung bleibt begrenzt. Zwar sank die Zahl der Jugendlichen mit einem Konto auf einer der Plattformen leicht, die tatsächliche Nutzung ging jedoch noch weniger zurück.
Seit dem 10. Dezember des vergangenen Jahres müssen bestimmte Social-Media-Plattformen in Australien angemessene Maßnahmen ergreifen, um Konten von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren zu unterbinden. Nach Einschätzung von eSafety betrifft dies in Down Under unter anderem Facebook, Instagram, Reddit, Snapchat, TikTok, Twitch, X und YouTube.
Für die erste Zwischenbilanz wurden von eSafety Daten aus der Zeit vor Einführung der Regelung mit einer Erhebung von März bis April 2026 verglichen. Die Auswertung umfasst 803 Kinder zwischen 10 und 15 Jahren, die an beiden Erhebungen teilgenommen hatten. Sie ist Teil einer auf zwei Jahre angelegten Untersuchung.
Von der nun nach drei Monaten gezogenen ersten Bilanz dürften sich australische Politiker allerdings mehr erhofft haben. So sank der Anteil der unter 16-Jährigen mit mindestens einem eigenen Konto auf einer der betroffenen Plattformen im Durchschnitt um rund 10 Prozentpunkte von 52,4 auf 42,1 Prozent, aber auch bei den einzelnen Anbietern sind keine größeren Sprünge zu beobachten: Bei YouTube ging der Anteil von 33,2 auf 23,3 Prozent zurück, bei Snapchat von 28,6 auf 23,3 Prozent und bei TikTok von 28,2 auf 21,7 Prozent. Andererseits besaßen 37 Prozent der befragten Kinder sowohl vor als auch nach Einführung der Altersgrenze weiterhin mindestens ein entsprechendes Konto. Lediglich rund ein Drittel der Kinder, die zuvor ein Konto besessen hatten, berichtete von mindestens einer Sperrung oder Deaktivierung.
Noch geringer fällt die Veränderung bei der tatsächlichen Nutzung aus. Von den befragten Kindern und Jugendlichen hatten vor der Einführung 85,9 Prozent innerhalb von vier Wochen mindestens eine der altersbeschränkten Plattformen besucht, nach drei Monaten waren es mit 81,5 Prozent nur unwesentlich weniger. Der Grund dafür liegt nicht ausschließlich darin, dass die Beschränkungen mittels verschiedener Maßnahmen wie einer VPN-Verbindung umgangen wurden, sondern auch darin, dass viele der Plattformen Angebote ohne verpflichtendes Konto bereitstellen. Der Erhebung zufolge traf dies sowohl vor als auch nach dem Verbot auf 20 Prozent der Befragten zu.
Doch auch bei der Altersprüfung werden die Probleme deutlich: Von den Kindern, die nach drei Monaten weiterhin mindestens ein eigenes Konto besaßen, gaben 50,2 Prozent an, noch gar nicht zur Bestätigung ihres Alters aufgefordert worden zu sein. 37,1 Prozent hatten in ihrem Konto ein Alter von mindestens 16 Jahren angegeben, bei 18,2 Prozent hatte die Altersprüfung der Plattform das Alter nach eigener Aussage falsch eingeschätzt. 2,5 Prozent der Befragten hatten sich nach einer altersbedingten Accountsperre beschwert und daraufhin den Zugriff auf ihr Konto zurückerhalten.
Eine Erkenntnis ist allerdings auch, dass gezielte Umgehungsversuche etwa per VPN deutlich weniger verbreitet waren als zunächst angenommen. 12 Prozent berichteten beispielsweise von Tricks oder der Verwendung eines fremden Ausweises, 10,9 Prozent von Unterstützung durch ihre Eltern und 7,4 Prozent vom Einsatz eines VPN. eSafety folgert daraus, dass aufwendigere Umgehungsmethoden häufig gar nicht erforderlich waren, weil die Hürden für den weiteren Zugriff bislang niedrig blieben.
Darüber hinaus liefert die Umfrage erste Hinweise darauf, dass einige Minderjährige ihre Online-Aktivitäten verlagert haben. So stieg die Nutzung von Reddit von 6,1 auf 9,4 Prozent, von Pinterest von 16,6 auf 21,8 Prozent und von BeReal von 0,2 auf 2,2 Prozent. Ebenso wurden Messaging-Dienste und Online-Spiele häufiger genutzt. Ob diese Veränderungen allerdings tatsächlich eine Folge der Altersbeschränkung sind, lässt sich laut der Untersuchung bislang nicht mi