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Start von GTA 6 soll nicht durch das Arbeitsgerichtsverfahren gegen Rockstar beeinträchtig werden
Wegen der Entlassungen von 31 Mitarbeitern tobt ein Rechtsstreit mit der IWGB. Publisher Take-Two erwartet dennoch keine Folgen für den Release.
Strauss Zelnick ist der Chef von Take-Two, dem Mutterkonzern von Rockstar. Er macht sich laut eigener Aussage "nicht im Geringsten" Sorgen darüber, dass die negative Presse rund um ein angebliches Union-Busting den Launch von Grand Theft Auto 6 beeinträchtigen könnte.
Das Thema kocht bei und rund um Rockstar immer weiter hoch, seitdem bei Rockstar North in Edinburgh 31 Mitarbeiter entlassen wurden. Der offizielle Grund war "grobes Fehlverhalten". Zufälligerweise waren sie alle Mitglieder der IWGB Game Workers Union. Seitdem tobt ein erbitterter Rechtsstreit vor dem Arbeitsgericht zwischen der Gewerkschaft und Rockstar. Im Kern geht es um die Frage, ob diese Entlassungen klassisches Union-Busting – also die gezielte Zerschlagung von Gewerkschaftsstrukturen – darstellen oder nicht.
Als Reaktion auf die Entlassungen gründete sich Anfang des Jahres die Rockstar Game Workers Union. Letzten Monat hieß es bereits, die Gewerkschaft zähle "mehr Mitglieder als je zuvor". Die Debatte schlug sogar derart hohe Wellen, dass sich der ehemalige britische Premierminister Keir Starmer dazu äußerte und das Thema schließlich im britischen Parlament landete. Eine brisante Angelegenheit, bei der sich die Wogen so schnell wohl nicht glätten werden.
Genau vor diesem Hintergrund müsst ihr Zelnicks Aussagen gegenüber The Game Business einordnen. "[Wir machen uns] nicht im Geringsten [Sorgen]", erklärte er. "Wie man ein Spiel entwickelt, hat nichts mit der Art der Arbeitsbeziehungen zu tun. Wir sind sehr stolz auf unsere Arbeitsbeziehungen. Wir haben eine außergewöhnliche Belegschaft mit 13.000 Kolleginnen und Kollegen weltweit. Wir sind stolz darauf, wie wir unsere Leute behandeln und wie wir sie entlohnen." Laut Zelnick weise Take-Two die branchenweit niedrigste Fluktuationsrate auf – sie sei nur halb so hoch wie beim Rest der Industrie. Bei Rockstar sei diese Abwanderungsquote sogar noch einmal um die Hälfte geringer. "Das ist mit gewaltigem Abstand der niedrigste Wert in der Branche", betonte Zelnick. "Wie ich schon sagte: Wir sind stolz auf unsere Arbeitsbeziehungen."
Zelnick äußerte sich im Nachgang des neuesten Finanzberichts von Take-Two. In diesem Rahmen sorgte er gleich für mehrere fette Schlagzeilen. So verkündete er etwa, dass wir in drei Jahren alle unsere Spiele nur noch streamen werden. Eine gewagte Prognose, die ihm bald ordentlich um die Ohren fliegen könnte. Außerdem lieferte er uns die bislang einleuchtendste Erklärung dafür, warum GTA 6 wohl nicht mehr auf Disc erscheint: Er verriet ganz offen, dass das Geschäft von Take-Two "zu weit über 90 Prozent digital" abläuft.
Ob so ein Gewerkschaftsstreit und der miese Beigeschmack für Außenstehende die Verkaufszahlen von Grand Theft Auto 6 tatsächlich dämpfen können? Macht euch da mal keine Illusionen, das ist äußerst unwahrscheinlich. Schließlich gehen alle davon aus, dass das Spiel der größte Blockbuster aller Zeiten wird. Auch wenn es noch ein sehr weiter Weg ist, um den Langzeitrekord von Minecraft mit seinen über 350 Millionen Verkäufen zu knacken. Letztendlich geht es hier aber wohl weniger darum, den Erfolg von GTA 6 auszubremsen. Es geht schlicht darum, das Richtige zu tun und die Mitarbeiter fair zu behandeln. Ob Rockstar das getan hat, müssen am Ende wohl die Gerichte entscheiden. Der Prozess startet am 10. September dieses Jahres.