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Autonome Saugsegel-Technik treibt Mehrzweckschiff zusätzlich an
Das autonome Windantriebssystem eSail soll ein Mehrzweckschiff durch Windkraft zusätzlich antreiben. Die Energieersparnis liege bei rund 10 Prozent.
Die „Na Hiro E Pae“ in der Werft. Das Mehrzweckschiff kombiniert Kabinen im Bugbereich mit Ladeflächen am Heck. In der Mitte befindet sich der eSail-Turm, das autonome Windantriebssystem von Bound4Blue.
Der Windantriebs-Spezialist Bound4blue hat ein rund 22 m hohes Saugsegel auf dem 89 m langen Frachtschiff „Na Hiro E Pae“ in der spanischen Werft Astilleros Armon Vigo installiert. Das Schiff soll neben Gütern auch bis zu 200 Passagiere für die Reederei Société de Navigation des Australes (SNA) befördern. Damit ist es wohl das erste Mehrzweckschiff, das mit einem solchen autonomen Windantriebssystem ausgerüstet ist.
Die „Na hiro E Pae“ kann bis zu 200 Passagiere und etwa 1500 t Fracht zugleich befördern. Angetrieben wird es aus einer Kombination von Motoren, die mit Biokraftstoff oder E-Fuels betrieben werden können sowie elektrischen Pod-Antrieben. Für zusätzlichen Schub sorgt das eSail-Windantriebssystem von Bound4blue. Das System besteht im Wesentlichen aus einem Turm, der so geformt und automatisiert bewegt wird, dass auf ihn eintreffende Windkraft als zusätzliche Antriebsform genutzt werden kann. In dem Turm befindet sich ein axialer Kompressor, der die Luft ansaugt und über eine automatisiert gesteuerte, bewegliche Klappe auf das Segel lenkt. Das sorgt dafür, dass es zu keinem Strömungsabriss kommt, wie bei herkömmlichen Starrsegel-Systemen. Das eSail-System ist so angelegt, dass dabei möglichst wenig Energie benötigt wird. Der Turm ist zusätzlich drehbar, um das eSail-System elektrisch am Wind ausrichten zu können.
Mit der Technik soll etwa der sechs- bis siebenfache Schub eines herkömmlichen, etwa gleich großen Starrsegels erreicht werden. Das autonom arbeitende System soll dadurch den Energieverbrauch des Schiffes um zehn Prozent senken. Dass das System effizient arbeite, könne die Baugröße kompakt gehalten werden. Der eSail-Turm beeinträchtige dadurch die Be- und Entladevorgänge für die Fracht nicht.
Eingesetzt werden soll das Schiff zwischen Tahiti und den Austral-Inseln in Französisch-Polynesien. Es ergänzt den bereits bestehenden kombinierten Passagier-Fracht-Verkehr, der seit 2012 mit der „Tuhaa Pae IV“durchgeführt wird. Das Schiff ist konventionell angetrieben und besitzt Kabinen für Passagiere sowie offene Decks für Fracht.
Die „Na Hoiro E Pae“ ist für eine möglichst geringe Umweltbelastung ausgelegt, heißt es. Neben den umweltfreundlicheren Antrieben verfügt das Schiff über ein effizientes Abfallmanagementsystem sowie eine autonome Frischwasserversorgung.
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