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1666: Amsterdam gespielt: Der Assassin's-Creed-Schöpfer verwandelt euch in eine Hexe – und eine Katze
Nach 16 Jahren ist das neue Action-Adventure von Patrice Désilets zum Greifen nah. Wir haben uns im alten Amsterdam auf Dämonenjagd begeben.
Patrice Désilets hätte sich keinen besseren Ort aussuchen können, um uns Amsterdam 1666 vorzustellen. Denn die Hauptstadt der Niederlande ist nicht nur Schauplatz seines neuesten Spiels, sie ist auch die Inspirationsquelle, an der ihm vor etlichen Jahren einst die Idee dafür kam.
„Anno 1666“ steht da auf einem Schild, um vermutlich an das Jahr zu erinnern, in dem das dort stehende Hotel Frank gebaut wurde. Und als Désilets vor langer Zeit dieses Schild sah sowie die Gassen von Amsterdam samt der vielen kleinen Kanäle, da hatte er plötzlich ein Spiel im Kopf. Eins, an dem er nach seinem Wechsel von Ubisoft zu THQ arbeiten wollte und das auch tat – bis THQ von Ubisoft gekauft und 1666: Amsterdam prompt wieder eingestellt wurde. Nur die Rechte daran, die behielt Ubisoft zunächst ein.
Und so dauerte es eine Weile, in der Patrice Désilets zunächst das erste Spiel seines inzwischen neu gegründeten Studios Panache Digital Games fertigstellte, bevor er nach einem Rechtsstreit weiter an 1666: Amsterdam arbeiten konnte.
Der in Quebec geborene Entwickler hat tiefe Spuren in der Spielewelt hinterlassen, zeichnet er doch für Prince of Persia: The Sands of Time sowie Assassin’s Creed verantwortlich und ist Rennspielfans vielleicht als Vater des coolen Speed Busters bekannt. Nach seinem Weggang von Ubisoft kam er zunächst bei THQ unter, bevor er mit Panache Digital Games schließlich sein eigenes Studio gründete und 2019 Ancestors: The Humankind Odyssee veröffentlichte. 1666: Amsterdam, das zweite Spiel des Indie-Studios, erscheint am 25. August für knapp 30 Euro im Early Access auf Steam und im Epic Games Store.
Das Spiel hat also eine kleine Odyssee hinter sich – was euch aber freilich egal sein kann, wenn ihr einfach nur wissen wollt, was euch da eigentlich erwartet. Um es kurz zu machen: 1666: Amsterdam ist ein Action-Adventure, das zwar nicht in einer offenen Welt spielt, aber in stimmungsvoll nachgearbeiteten Vierteln des alten Amsterdam.
Alle Türen stehen euch dort offen sowie so manches Fenster. Und „ihr“... Das ist vor allem eine Hexe namens Noa, die auf der Suche nach mächtigen Wesen ist, um sie zu vernichten. Sie soll dadurch das ewige Gleichgewicht auf der Erde wahren, das immer dann bedroht ist, wenn die Macht in diesen Dämonen zu stark wird.
Na ja, oder so ähnlich. Ich muss nämlich sagen, dass ich beim Anspielen von 1666: Amsterdam nicht immer hinterherkam, als mir das Spiel mit einer bemerkenswerten Frequenz neue Begriffe und Konzepte um die Ohren warf – einige davon erzählerischer, andere spielerischer Natur und nicht wenige davon natürlich beides.
Von mir aus könnte der Einstieg aus rein erzählerischer Sicht jedenfalls gerne sanfter gestaltet sein. Es hat ja sicherlich seinen Grund, dass wir nach dem Anspielen in der niederländischen Hauptstadt nicht nur unsere Spielszenen zugeschickt bekamen, sondern auch eine Zusammenfassung dessen, was wir darin erlebt hatten.
Immerhin spielt die Geschichte zwar zum größten Teil im Amsterdam des Jahres 1666, Teile davon finden allerdings auch 1999 statt und wieder andere Abschnitte sogar in unserer Zeit. In einer Pause habe ich den erfreulich plauschwilligen Désilets mal gefragt, was ihn an zeitlich verschachtelten Erzählungen eigentlich so reizt (denkt mal an Assassin’s Creed und sogar Prince of Persia: The Sands of Time) und im Grunde grinste er da nur verschmitzt, zuckt mit den Schultern und weiß es selbst nicht so recht. Er findet es wohl einfach cool.