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FLOSS im geostrategischen Fokus
Weltweit nutzen Unternehmen und staatliche Akteure Open Source Lizenzmodelle und Arbeitsergebnisse, die zum Teil aus altruistischen Gründen, in der Freizeit der Beitragenden entstanden sind. Auch aus kommerziellen Gründen Beitragende erwarten eine Kompensation in Form von Mitwirkung an ihren oder anderen Projekten. Die Open-Source-Kultur (freier, globaler Austausch auf Augenhöhe) droht Schaden zu nehmen, wenn die globale Gemeinschaft nichts von angemessenem Wert zurückerhält oder die Unterstützung abnimmt.
Ähnlich wie bei zivilen Produkten, die auch für militärische Zwecke eingesetzt werden können, kann Open Source für Vorhaben genutzt werden, welche die ursprünglich Beitragenden nicht im Blick haben konnten. Darunter auch Projekte, die ihren Idealen grundlegend widersprechen. Das könnte dazu führen , dass die Beiträge zurückgehen. Staatliche oder kommerzielle Teilnehmer könnten befürchten, Wettbewerber oder Interessen anderer Staaten zu unterstützen, und stattdessen auf proprietäre Lösungen setzen.
Die scheinbar entstehende multipolare Weltordnung bildet sich auch im FLOSS-Umfeld ab. Global spiegelt der Umgang mit freier und quelloffener Software die geopolitischen Interessen der jeweiligen Nationen wider. Während China FOSS, angetrieben durch Tech-Giganten wie Alibaba und staatliche Stiftungen wie OpenAtom, gezielt zur globalen KI-Dominanz und Unabhängigkeit nutzt, dient es in Russland unter extremem Sanktionsdruck als erzwungenes Werkzeug zur digitalen Abschottung, indem westliche Software durch staatlich kontrollierte, heimische Linux-Derivate wie Astra Linux oder AuroraOS ersetzt wird. In Indien bildet Open Source das Fundament einer gigantischen „Digital Public Infrastructure“ (DPI), die über offene Plattformen wie das Bezahlsystem UPI Hunderte Millionen Menschen in den digitalen Markt integriert. Brasilien verknüpft FOSS traditionell mit demokratischer Selbstbestimmung. Das Land setzt auf gesetzlich verankerte digitale Souveränität, offene Finanz-Ökosysteme wie Pix und globale Partnerschaften, um der Monopolstellung westlicher Tech-Konzerne entgegenzuwirken. Als gemeinsamer Nenner zeigt sich das Bestreben nach Unabhängigkeit, welches neuerdings auch das Verhältnis der EU zu den USA auszeichnet.
Während hierzulande GitHub und GitLab dominieren, sind im internationalen Umfeld große Alternativen entstanden. Nach Anzahl der Repositories steht die chinesische Plattform Gitee weltweit an zweiter Stelle. Mit coding.net gibt es in China eine weitere Plattform, welche jedoch vorwiegend für Closed-Source-Projekte verwendet wird. Auch in Russland sind solche Plattformen entstanden. GitVerse und GitFlic wachsen von der Anzahl der Repositories, sind aber im Vergleich noch verschwindend klein. Wobei es bei GitFlic (wie bei GitLab) eine eventuell riesige Grauzone selbst gehosteter Server gibt. Das weltweit größte kommunal betriebene Code-Repository ist Mos.hub. Gitee und GitVerse spiegeln Repositories bei GitHub. Das Portal do Software Público Brasileiro (SPB) basiert auf selbst gehosteten GitLab-Instanzen für Open-Source-Lösungen, die speziell für die Modernisierung der brasilianischen Verwaltung, Schulen und Kommunen entwickelt wurden.
In Europa sind im Bestreben um digitale Souveränität aus einer Open-Source-Gegenbewegung heraus Codeberg und SourceHut entstanden. In den USA gibt es neben Atlassians Bitbucket noch Microsofts Azure Repos (Gerüchten nach im Abbau begriffen) wie auch das Urgestein SourceForge. Hier geht Canonical, die Firma, die für Ubuntu verantwortlich ist, einen eigenständigen Weg. Launchpad ist ausschließlich für Ubuntu und Debian relevant, aber aufgrund der Verbreitung dieser Distributionen und deren Derivate durchaus bedeutend. Indien hat zwar mit OpenForge und dem National Informatics Centre (NIC) zwei eigene staatliche Plattformen, die sich aber auf staatliche Zwecke wie e-Governance und Infrastruktur konzentrieren, jedoch kommen mittlerweile mehr Anwender von GitHub aus Indien als aus den USA. Laut AI Gran