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Zürich: Wie der Mikrohandel die Drogenszene eindämmt
Köln und Düsseldorf möchten einen Modellversuch mit dem sogenannten Drogen-Mikrohandel starten. Vorbild ist Zürich. Dort wird er in "Drogenkonsumräumen" geduldet - mit einigem Erfolg.
Geht es um Fragen rund um die Drogenproblematik, ist Florian Meyer der richtige Ansprechpartner. Er ist bei der Stadt Zürich zuständig für eine Abteilung mit der ein wenig sperrigen Bezeichnung "Soziale Einrichtungen und Betriebe, Schadensminderung illegale Substanzen". Doch wenn die Rede auf "illegale Substanzen", also in der Regel Drogen, kommt, kennt sich Meyer aus wie nur wenige.
"Eigentlich ist der sogenannte Mikrohandel auch bei uns verboten, wie Rauschgifthandel ganz generell", sagt er. Und dennoch, schiebt er schnell nach, werde dieser Mikrohandel geduldet. Er darf sich aber nicht für jedermann sichtbar abspielen.
Die überraschende Begründung: "Der Mikrohandel ist der Schlüssel für die Eindämmung der offenen Drogenszene. Und das ist ja eigentlich unser großes, wichtiges Ziel."
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Das Konzept, die offene Drogenszene ausgerechnet mit der Duldung von Mikrohandel einzudämmen, reagiert vor allem auf die Verbreitung von kokainbasiertem Crack, das die Drogenszene in Zürich dominiert. Bei den, wie Florian Meyer es formuliert, monatlich 25.000 "Konsumvorgängen" alleine in den Drogenkonsumräumen der Stadt Zürich entfallen darauf etwa 70 Prozent.
Und im Gegensatz zur Ersatzdroge oder gar Heroin, die die Stadt im Rahmen strikter Kontrollen an schwerstabhängige Personen verabreichen lässt, "gibt es Crack eben nur auf dem Schwarzmarkt".
Heißt: Die kontrollierte Verabreichung von Crack durch die städtischen Helferinnen und Helfer scheidet aus. Was passieren würde, wenn die Betreuer den Mikrohandel mit Crack unterbinden, lässt sich damit leicht ausmalen: Die Süchtigen verlassen die städtischen Drogenkonsumräume, gehen hinaus irgendwohin, in die offene Drogenkonsumszene - und sind damit auch weg von Betreuung und Kontrolle.
Europamagazin
27.06.2026
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