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Spritpreise treiben Rekordumstieg auf Elektroautos
Im zweiten Quartal 2026 tauschten zwölf Prozent der HUK-Privatkunden ihren Verbrenner gegen ein Elektroauto, das sind doppelt so viele wie vor dem Iran-Krieg.
Leapmotor gehört zu den größten Gewinnern des Elektroauto-Aufschwungs in Deutschland. Im Bild ein Leapmotor B10 (Test).
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Der Umstieg von Verbrennern auf reine Elektroautos hat in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Nach Daten des Versicherungsunternehmens HUK Coburg für das zweite Quartal 2026 wurde bei 12 Prozent aller privaten Fahrzeugwechsel im Kundenbestand ein Verbrenner oder Hybrid durch einen batterieelektrischen Pkw ersetzt. Vor dem Beginn des Iran-Kriegs Anfang 2026 lag diese Quote noch bei 6,3 Prozent, der Wert hat sich also in wenigen Monaten nahezu verdoppelt.
Die HUK Coburg hat nach eigenen Angaben mit rund 14,5 Millionen versicherten Fahrzeugen fast ein Viertel Marktanteil bei privat zugelassenen Pkw Deutschlands. Der Quartalsbericht des Versicherers zur Elektromobilität E-Barometer nutzt interne Bestandsdaten über tatsächliche Fahrzeugwechsel und ergänzt sie um eine repräsentative Online-Umfrage unter rund 4100 Personen ab 16 Jahren über ein Panel des britischen Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov. Im Unterschied zu den KBA-Neuzulassungszahlen, die auch gewerbliche Flotten einschließen, bilden die Ergebnisse damit ausdrücklich den privaten Markt in Deutschland ab.
Dennoch bestätigt die KBA-Statistik den Trend: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland rund 368.000 batterieelektrische Pkw neu zugelassen, ein Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der BEV-Marktanteil stieg auf 24,8 Prozent. Damit fährt jeder vierte Neuwagen in Deutschland batterieelektrisch. International wächst der E-Auto-Markt deutlich langsamer: Weltweit wurden laut einer Analyse der Beratungsagentur PwC im ersten Halbjahr 6,6 Millionen BEV neu zugelassen, nur 9 Prozent mehr als im Jahr davor.
Besonders auffällig ist laut HUK der überproportionale Anstieg bei gebrauchten Elektroautos. Die Versicherungsdaten zeigen, dass die Umstiege auf gebrauchte Batterieelektrische stärker zugenommen haben als auf Neuwagen. Das Unternehmen interpretiert dies als direkte Reaktion auf die gestiegenen Kraftstoffkosten: Wer schnell vom Verbrenner weg wolle, könne mit einem Gebrauchten lange Lieferfristen umgehen. Bei Umstiegen auf gebrauchte E-Autos ist jeder sechste Wagen ein Auto von Volkswagen inklusive Audi, Skoda und Cupra, mit deutlichem Anstieg im ersten Halbjahr 2026. HUK-Vorstand Jörg Rheinländer nannte elektrische Gebrauchtwagen einen potenziellen „Gamechanger“ und regte an, die staatliche E-Auto-Prämie auch auf gebrauchte E-Autos auszuweiten.
Die Daten zeigen zudem eine klare Korrelation mit der Fahrleistung: Vielfahrer mit mehr als 12.000 Kilometern pro Jahr steigen mit 14,7 Prozent fast doppelt so häufig auf E-Autos um wie Wenigfahrer mit 8 Prozent. Bei Gebrauchtwagen ist der Abstand mit 10,7 gegenüber 4,5 Prozent sogar noch größer. In der begleitenden Online-Umfrage gaben 24 Prozent der Führerscheinbesitzer an, erst durch die seit dem Iran-Krieg gestiegenen Spritpreise erstmals über einen Elektroauto-Kauf nachgedacht oder eine geplante Anschaffung vorgezogen zu haben.
Beim Blick auf die Markenverteilung zeichnet das Barometer ein für die deutsche Autoindustrie ernüchterndes Bild: Bei Umstiegen von Verbrenner auf neue E-Autos haben laut HUK „alle deutschen Marken außer Opel“ Anteile verloren. Tesla legte bei den Umsteigern von 5,6 auf 12,2 Prozent zu, ein markantes Comeback nach dem Rückgang im Vorjahr. BYD wuchs von 0,8 auf 3,3 Prozent, Leapmotor von 1,8 auf 3,4 Prozent. Die HUK betont, dass vor allem preisgünstigere ausländische Hersteller von der Kaufzurückhaltung preissensibler Kunden profitieren. Das deckt sich mit Auswertungen des BAFA zur aktuellen E-Auto-Prämie, bei der Tesla unter den geförderten