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Windows 11: Höhere OEM-Gebühren lassen PC-Preise erneut anziehen
PC-Käufern stehen weiterhin düstere Zeiten bevor: Während die Preise für Arbeitsspeicher, SSDs und CPUs nach wie vor hoch bleiben, hat Microsoft bereits im vergangenen Monat die Gebühren für seine OEM-Lizenzen von Windows 11 deutlich angehoben. Kunden müssen daher mit weiteren Preissteigerungen bei PCs und Notebooks rechnen.
Microsoft passt die Gebühren für seine Windows-OEM-Lizenzen meist jährlich an. Dieses Mal fällt die Erhöhung mit Aufschlägen von durchschnittlich sieben bis zehn Prozent jedoch deutlich höher aus als in den letzten Jahren. Die Höhe der Windows-Lizenzkosten hängt dabei unter anderem von der Leistungsfähigkeit des verwendeten Prozessors ab. Verschiedene Leistungsklassen werden unterschiedlich bepreist, wobei leistungsfähigere CPUs mit höheren Lizenzkosten verbunden sind. Entsprechend unterscheiden sich die konkreten Kostensteigerungen zwischen den einzelnen PC- und Notebook-Modellen.
Laut Branchenvertretern sollen die Hersteller von Komplettsystemen und Notebooks die höheren Windows-Gebühren bereits in ihre Produktpreise eingerechnet haben. Für Privat- und Geschäftskunden fällt dieser einzelne Kostenfaktor allerdings kaum auf, da entsprechende Systeme bereits in den vergangenen Monaten aufgrund anderer Preissteigerungen immer wieder teurer geworden sind. Die Hardware stellt nach wie vor den deutlich größeren Preistreiber in diesem Segment dar, auch weil seit der zweiten Jahreshälfte 2025 die hohe Nachfrage nach AI-Servern für Engpässe bei Speicher, SSDs und CPUs sorgt.
Dabei sind regionale Unterschiede bezüglich der steigenden Preise zu beobachten. So sollen Asus und Acer für Taiwan bereits für das dritte Quartal 2026 erneute Preiserhöhungen von rund fünf Prozent beziehungsweise im einstelligen Prozentbereich angekündigt haben. Das hat dazu geführt, dass die Preise einzelner Produkte auf dem taiwanischen Markt bis zum vergangenen Mai gegenüber dem vierten Quartal 2025 um fast 30 Prozent gestiegen sind.
Die steigenden Kosten treffen die Hersteller gleichzeitig in einer Phase schwächerer Nachfrage. Counterpoint Research erwartete bereits im vergangenen Juli für das zweite Quartal 2026 weltweite PC-Auslieferungen von rund 65 Millionen Geräten, was einem Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht und den ersten Rückgang des weltweiten PC-Marktes seit dem ersten Quartal 2025 darstellt. Erste Anzeichen dafür, dass der gesamte PC-Markt vor enormen Herausforderungen steht, deuteten sich bereits im vergangenen Mai an.