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Wie gut funktioniert Australiens Social-Media-Verbot?
Seit gut einem halben Jahr sind in Australien Accounts in sozialen Medien für unter 16-Jährige tabu - eigentlich, denn es gibt Schlupflöcher. Und manchmal hilft sogar Michael Jackson beim Schummeln.
Eine Gruppe Jugendlicher in Schuluniformen ist auf dem Heimweg. Sie stehen an einer Ampel im Zentrum Sydneys. Kommen sie als unter 16-Jährige noch auf ihre Social-Media-Plattformen?
"Mein Account wurde gesperrt. Aber ich nutze Social Media nicht so viel. Meine Eltern erlauben es nicht", sagt eine von ihnen. Eine weitere Schülerin fügt hinzu: "Wenn ich ganz ehrlich bin - ich kenne niemanden, der vom Verbot betroffen ist. Es ist so leicht zu umgehen. Ich denke, es hat nichts gebracht." Die Gesichtserkennung sei nicht sehr gut, stimmt einer der Jugendlichen zu. "Du kannst sie austricksen, mit Hilfe älterer Freunde oder älterer Geschwister. Ich denke, die Idee eines Social-Media-Verbots war gut. Aber die Umsetzung nicht", sagt er.
In Australien gilt seit Mitternacht ein Verbot von Social Media für unter 16-Jährige.
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Noch haben viele unter 16-Jährige in Australien weiterhin einen Account in sozialen Medien. Dabei dürfte das seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr der Fall sein - bei Instagram, Tiktok, Snapchat und sieben weiteren Plattformen.
Als das Verbot in Kraft trat, wurden kurze Zeit später rund fünf Millionen Accounts gesperrt. Betroffen waren vorwiegend Jugendliche, die ihr Alter wahrheitsgemäß angegeben hatten. Doch eine Umfrage unter knapp 900 Eltern von der zuständigen Kommission für Internetsicherheit ergab, dass etwa 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen weiterhin aktive Social-Media-Accounts besitzen. Viele scheinen einfach neue Accounts angelegt zu haben - ohne, dass sie nach ihrem Alter gefragt wurden.
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Den Eindruck bestätigt auch Iain Corby, Chef des Branchenverbands von Anbietern digitaler Alterskontrollen gegenüber dem australischen Sender ABC: "Wir wissen, dass Kinder beim Anlegen eines Kontos nicht nach ihrem Alter gefragt werden, obwohl das der naheliegendste Zeitpunkt für eine Überprüfung wäre. Denn bei einem völlig neuen Nutzer liegen noch keine Daten vor."
Die Plattformen würden nicht alle technischen Möglichkeiten der Altersverifikation ausnutzen, so Corby. Jugendliche könnten etwa die Gesichtserkennung leicht mit Fotos austricksen.
"Einer meiner Freunde hat ein Foto von Michael Jackson ausgedruckt und hat das bei der Gesichtserkennung genutzt. Und es hat geklappt", erzählt der 14-jährige Norman dem Sender ABC. Dabei gäbe es Technik, die sicherstellt, dass eine reale Person vor der Kamera sitzt. Man könne auch Puffer einbauen, sodass die Person vor der Kamera tendenziell ein bisschen älter aussehen müsse. Eine Gesichtserkennung sei zwar der einfachste und schnellste Weg, doch Experten sagen, andere Wege der Altersverifikation seien effektiver. Etwa die Vorlage eines Führerscheins, Ausweises oder einer Kreditkarte.