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Rechenzentren: Kritik an Umgang der Bundesregierung mit Ausbauplänen
Die Bundesregierung hat keinen vollständigen Überblick über neue Rechenzentren und will ihre Ausbauziele erst 2029 überprüfen. Dafür wird sie kritisiert.
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Die Bundesregierung will die Rechenkapazitäten in Deutschland bis 2030 mindestens verdoppeln und die KI-Kapazitäten mindestens vervierfachen. Eine umfassende Liste über geplante oder bereits im Bau befindliche Rechenzentren hat sie nach eigenen Angaben jedoch nicht, schreibt die Bundesregierung in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion.
Als Grund für die fehlende Übersicht nennt die Bundesregierung den überwiegend privatwirtschaftlichen Charakter der Vorhaben. Zu einzelnen Rechenzentren lägen ihr zwar weitergehende Informationen vor, diese seien wegen Geschäftsgeheimnissen und zugesagter Vertraulichkeit jedoch nicht öffentlich, heißt es in der Antwort.
Auf die Frage, wie die Bundesregierung die Zielerreichung messen will, heißt es, die Rechenzentrumsstrategie solle jährlich aktualisiert und um ein Monitoring der angekündigten Maßnahmen ergänzt werden. Eine erste quantitative Überprüfung der Ausbauziele ist jedoch erst gegen Ende der laufenden Legislatur, also voraussichtlich 2029, vorgesehen.
Die Linken-Abgeordnete Sonja Lemke, die an der Anfrage beteiligt war, kritisiert die Antworten der Bundesregierung. Zusätzliche Rechenkapazitäten führten aus ihrer Sicht nicht automatisch zu mehr digitaler Souveränität. Viele Rechenzentren würden von US-Hyperscalern wie Google, Amazon oder Microsoft gebaut oder von anderen Betreibern an diese vermietet. Zudem lege die Bundesregierung nicht klar dar, wofür die zusätzlichen Kapazitäten benötigt würden.
Das Ausbauziel misst die Bundesregierung an der IT-Anschlussleistung und damit vereinfacht gesagt am Strombedarf der Recheninfrastruktur, nicht an ihrer tatsächlichen Rechenleistung. Lemke kritisiert, dass die Strategie damit keinen eigenen Maßstab dafür nennt, ob die tatsächlich verfügbare Rechenkapazität im selben Umfang wächst. Die Regierung hält die Anschlussleistung dagegen für die international am besten vergleichbare Messgröße.
Auf die Frage nach den Umwelt- und Klimaauswirkungen der geplanten Verdopplung der Rechenkapazitäten geht die Bundesregierung in ihrer Antwort nicht konkret ein. Stattdessen verweist sie auf die vergleichsweise hohe Energieeffizienz deutscher Rechenzentren und den hohen Anteil erneuerbarer Energien im Strommix. Lemke fordert dagegen verbindliche Vorgaben für den Wasser- und Ressourcenverbrauch von Rechenzentren.
Beim zusätzlichen Strombedarf durch neue Rechenzentren legt die Bundesregierung keine eigene Prognose vor, sondern verweist auf bestehende Berechnungen und Studien. Für 2025 nennt sie einen Strombedarf von 21,3 TWh. Ein Gutachten prognostiziert für die in Deutschland betriebenen Rechenzentren 31 TWh im Jahr 2030 und 80 TWh im Jahr 2045. Zugleich betont die Regierung, der Gesamtstromverbrauch in Deutschland sei zuletzt trotz des Wachstums der Rechenzentren gesunken und der Strombedarf der Rechenzentren dürfe daher nicht isoliert betrachtet werden.
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