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Halo: Campaign Evolved hängt mit Verkäufen hinterher und kommt einfach nicht an das jüngste Black Ops heran
Das Remake des Ego-Shooter-Klassikers tut sich trotz PS5-Debüt bei den Verkäufen schwer. Liegt die Ursache im fehlenden PvP-Modus?
Halo: Campaign Evolved – das Remake der ursprünglichen Halo 1-Kampagne und das allererste Halo auf der PlayStation – tut sich bei den Verkaufszahlen extrem schwer. Der wahrscheinlichste Grund dafür? Ein fehlender Multiplayer-Modus.
Wie Alinea Analytics berichtet, verkaufte sich Halo: Campaign Evolved in den ersten zwei Wochen über Steam, PS5 und Xbox insgesamt 1,2 Millionen Mal. Mit 42 Prozent aller Verkäufe lag die Xbox knapp vorne – hier sind die Verkäufe über die PC-Xbox-App eingerechnet. Die PlayStation folgte jedoch dicht dahinter mit 41 Prozent. Für Steam blieben damit nur noch 17 Prozent übrig.
Die reinen Spielerzahlen fielen höher aus, da Halo: Campaign Evolved direkt ab Tag eins im Game Pass landete. Über den Abo-Dienst lockte der Titel rund 2,1 Millionen Spieler auf PC und Konsole an. Etwa 600.000 von ihnen gaben zusätzlich 20 US-Dollar für den Premium Pass aus, um bereits fünf Tage früher loszuzocken.
Ein Remake von Halo: Combat Evolved (2001) in Unreal Engine 5. Entwickelt von Halo Studios, publisher Xbox Game Studios. Erschienen am 28. Juli 2026 für PC, Xbox Series X/S und erstmals PS5. Bietet Kampagnen-Koop, aber keinen PvP-Multiplayer.
Warum schwächeln die Verkaufszahlen ausgerechnet bei einem von Grund auf neu entwickelten Remake eines der beliebtesten Shooter überhaupt? Analyst Rhys Elliott von Alinea vermutet, dass der Preis von 50 US-Dollar bzw. 50 Pfund schlicht zu hoch gegriffen war. Zumal die Master Chief Collection mit mehreren Halo-Teilen samt Multiplayer-Modi regulär nur 40 Dollar/Pfund kostet und in Sales oft noch deutlich günstiger zu haben ist.
Alinea schätzt den Bruttoumsatz von Campaign Evolved auf 67 Millionen US-Dollar (rund 49,6 Millionen Pfund). Das ist meilenweit entfernt von den kürzlich erschienenen Ports von Call of Duty: Black Ops 1 und 2, die ebenfalls von Microsoft herausgebracht wurden. Zusammen spülten sie laut Berichten stolze 435 Millionen Dollar (322,2 Millionen Pfund) in die Kassen.
Elliott vermutet sogar, dass genau diese Black Ops-Ports Halo die Show gestohlen haben. Der Hauptgrund: Sie bieten Multiplayer-Inhalte, während Campaign Evolved komplett darauf verzichtet. Obwohl es sich nur um einfache Neuauflagen mit etlichen technischen Schwächen handelt, verkauften sich die beiden Black Ops-Spiele 16-mal so oft wie Halo. Der einzige Grund: Die Spieler wollten wieder in den Multiplayer-Lobbies in alten Erinnerungen schwelgen.
„Das Halo-Remake hat genau das eine Feature weggelassen, das zwei uralte CoD-Ports in ein Phänomen mit einer halben Milliarde Dollar Umsatz verwandelt hat“, bringt es Elliott auf den Punkt. „Ein Release der Master Chief Collection auf der PS5 – inklusive Multiplayer und allem Drum und Dran – hätte sich mit Sicherheit um ein Vielfaches besser geschlagen als dieses reine Kampagnen-Remake.“
Ein enttäuschendes Ergebnis für ein Spiel, das als erster Halo-Titel auf der PlayStation eigentlich für viel mehr Furore hätte sorgen können – schließlich ist die Spielerbasis dort deutlich größer als auf der Xbox. Am Spiel selbst liegt es jedenfalls nicht, denn das Remake ist keineswegs Schrott – ganz im Gegenteil. „Halo: Campaign Evolved glänzt vielmehr als Neuerfindung eines FPS-Klassikers denn als reine Kopie – und das ist auch gut so“, betont Dom in unserem Test zu Halo: Campaign Evolved.