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De’Longhi Eletta Ultra ausprobiert: Vollautomat mit sehr viel Komfort
Kaffeevollautomaten sind inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem die Frage nicht mehr nur lautet, ob das Ding einen ordentlichen Espresso macht. Das sollte in der gehobenen Preisklasse selbstverständlich sein. Die spannendere Frage ist, wie viel Alltag nimmt mir die Maschine wirklich ab und wie viel davon ist am Ende nur ein sehr hübsches Display mit vielen Untermenüs.
Genau da setzt die De’Longhi Eletta Ultra an. Sie wird oberhalb der bekannten Eletta Explore positioniert. Auf dem Papier stehen 50 Kaffeerezepte, Cold Brew in unter fünf Minuten, LatteCrema Hot & Cool, Bean Adapt Technology und eine Silent Technology, die die Zubereitung bis zu 65 Prozent leiser machen soll.
Die Eletta Ultra sieht nach Premium-Küche aus, ohne komplett in die Chrome-Show abzudriften. Sie kommt mit metallischem Finish, großem glänzenden Touchscreen und sauberer Linienführung. Die Maße liegen bei 38,0 x 45,5 x 23,5 cm und sie bringt 11 Kilogramm auf die Waage. Das ist nicht winzig, aber für einen Vollautomaten mit Milchsystem, Touchscreen und großem Getränkemenü noch im Rahmen.
Trotzdem sollte man Platz einplanen. Die Maschine will nicht in die hinterste Ecke gedrückt werden, zumal ihr Wasser, Bohnen, Milchsystem und Co. regelmäßig erreichen müsst. Was gut ist, dass der 1,8-Liter-Wassertank von vorne zugänglich ist und der 300-Gramm-Bohnenbehälter im Alltag länger durchhält, als man erwartet. Das klingt banal, macht aber bei Vollautomaten einen Unterschied. Eine Maschine kann noch so clever sein, wenn man ständig halb unter dem Hängeschrank herumfummelt, nervt sie irgendwann.
Der Look ist nicht verspielt, eher sauber und technisch. Wer eine möglichst unauffällige Maschine sucht, findet kompaktere Alternativen. Wer ein Gerät möchte, das nach ordentlichem Kaffee-Setup aussieht, wird hier auf jeden Fall abgeholt.
Die Einrichtung hat De’Longhi gut gelöst. Der Start ist vollständig über den Bildschirm geführt. Wasser auffüllen, Bohnen rein, Spülvorgang, Wasserhärte testen, Filter einsetzen, kurzer Rundgang durch die Oberfläche. Das geht fix von der Hand und man bekommt alles kurz erklärt ohne überfrachtet zu werden.
Der große Hebel ist das Display. De’Longhi versucht, die über 50 Getränke nicht einfach als endlose Liste hinzukippen, sondern in „Collections“ zu sortieren. Das sind Sammlungen nach Stimmung, Tageszeit oder Kaffeesorte. Das ist clever, aber nicht ohne Nebenwirkung.
Das Problem ist, dass sich das Menü dynamisch verändert und dadurch anfangs unübersichtlich wirken kann. Personalisierung ist super, solange man versteht, warum einem die Maschine gerade etwas vorschlägt. Wenn sich Menüs zu sehr bewegen, sucht man irgendwann den Cappuccino, den man gestern noch an einer anderen Stelle hatte. Das ist kein Weltuntergang, aber bei einem Gerät jenseits der 1.000-Euro-Grenze darf Bedienung nicht zum Suchspiel werden.
Die Kaffeequalität kommt zumindest bei mir als ambitioniertem Kaffeetrinker sehr gut weg. Die Eletta Ultra produziert Kaffee mit kräftiger Crema und auch der Milchschaum kann sich sehen lassen. Der Cappuccino kommt beispielsweise mit dickem, cremigem Schaum und einem kräftigen Espresso daher. Auch der Espresso ist sehr gut. Man bekommt hier konsistente Ergebnisse, dicke Crema und einen gleichen Geschmack, auch bei mehreren Espressi hintereinander.
Das Milchsystem ist meiner Meinung nach eines der Hauptargumente für die Eletta Ultra. Mit LatteCrema Hot & Cool bekommt die Maschine sowohl heiße Milchgetränke als auch kalte Varianten sauber hin. Dazu kommen unterschiedliche Milchtexturen und Einstellungen für Milchmenge, Temperatur und Schaum. Pflanzliche Milch wird ebenfalls gut aufgeschäumt. Gerade wenn ihr im Haushalt mehrere Vorlieben habt, ist das wichtig. Einer will Cappuccino, jemand anderes Cold Brew, der nächste Hafermilch-Latte. Genau dafür ist die Ultra gebaut.