// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Sambia vor der Wahl: Kupfer, Reformen und hohe Preise
Sambia wählt einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament. Das Land gilt als vergleichsweise stabile Demokratie in einer krisenhaften Region. Staatschef Hichilema ist der Favorit - und doch hoffen viele auf eine Wechsel.
Die Straßen der Hauptstadt Lusaka hängen kurz vor der Wahl voller Plakate. Die Parteien und ihre Kandidaten werben auf den letzten Metern um die Stimmen der Unentschlossenen. Auch Präsident Hakainde Hichilema, der seinen Reformkurs fortsetzen will: "Wir senden eine Botschaft an das Land, dass wir als Volk von Sambia zusammenstehen als ein Sambia. Eine Nation, ein Volk."
Sambia liegt im Herzen des südlichen Afrika: Weite Savannen und große Nationalparks prägen die Landschaft, etwa ein Drittel des Staatsgebiets steht unter Schutz. Sambia hat zwar keinen Zugang zum Meer, aber trotzdem viel Wasser. Der mächtige Sambesi fließt quer durchs Land, die weltberühmten Victoriafälle stürzen an der Grenze zu Simbabwe auf einer Breite von 1,7 Kilometern mehr als hundert Meter in die Tiefe - ein spektakuläres Naturwunder.
Das 20-Millionen-Land hat mehr als 70 ethnische Volksgruppen, die weitgehend friedlich zusammenleben. Politisch gilt Sambia als vergleichsweise stabil. Schon mehrfach gab es friedliche Machtwechsel, zuletzt vor fünf Jahren.
2021 gewann der damalige Oppositionskandidat Hichilema die Präsidentschaftswahl, mitten in einer schweren Schuldenkrise. Denn das Land war bei chinesischen Gläubigern verschuldet und faktisch bankrott. Die neue Regierung handelte mit dem Internationalen Währungsfonds und anderen Partnern eine Umschuldung aus.
Seitdem wächst die Wirtschaft wieder, Rohstoffe wie Kupfer bringen Einnahmen, die Inflation ist auf dem niedrigsten Stand seit Jahren. Aber noch kommt die Erholung bei vielen nicht an - wie der Staatschef offen zugibt. "Wir haben viele Dinge getan, ja - aber es gibt noch sehr viel mehr Arbeit zu erledigen." Das Leben sei für viele Menschen immer noch herausfordernd. "Aber ich möchte, dass ihr wisst: Wir hören euch", so Hichilema.
Als Erfolge verbucht die Regierung unter anderem einen härteren Kurs im Kampf gegen die Korruption und mehr Transparenz in der Haushaltspolitik. Vor allem aber den gebührenfreien Zugang zu Bildung sowie öffentliche Beschäftigungsprojekte und Sozialprogramme für die Ärmsten: Etwa "Cash-for-Work"-Projekte, bei denen Menschen für einfache öffentliche Arbeiten bezahlt werden.
Loraine Munikwa ist Anhängerin der Regierungspartei UPND und sagt, all das habe ihren Alltag spürbar verändert: "Unser Präsident hat uns sehr geholfen. Er hat kostenlose Bildung eingeführt." Jetzt könne sie ihre Kinder zur Schule schicken, ohne dafür zahlen zu müssen.
Viele afrikanische Staaten haben sich von China Autobahnen oder Brücken bauen lassen - und massive Schulden.
mehr
Allerdings ist auch vieles deutlich teurer geworden, Lebensmittel zum Beispiel oder Strom. Im Alltag merken viele, dass die Preise für Grundnahrungsmittel, Treibstoff und Transport gestiegen sind, während die Löhne oft nicht Schritt halten.