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Duskfade ist vielleicht genau das Abenteuer, das eure Spielewelt gerade braucht
Zauberhafte Kulissen, viel zu entdecken und eine unterhaltsame Geschichte erlebt ihr in diesem entspannten, altmodischen Action-Adventure.
Entwickelt wurde das Spiel von Weird Beluga: einem Indiestudio, das damit Erinnerungen an die Action-Adventures früherer PlayStation-Generationen wecken will. Es ist für knapp 30 Euro auf PC sowie für PlayStation 5 und Xbox Series S/X erhältlich.
Ich wusste ziemlich schnell, dass Duskfade keins der ganz großen Action-Adventures ist. Dazu sind sowohl das Kämpfen als auch das Erkunden etwas zu einfach gestrickt, dazu bleibt man nicht ständig, aber etwas zu oft in der Kulisse hängen und dafür ist auch das gesamte Konzept viel zu vertraut sowie vorhersehbar.
Genauso schnell wusste ich allerdings auch, dass Duskfade verdammt gut fürs Gemüt ist, wenn man in Ruhe ein geradezu nostalgisches Einzelspieler-Abenteuer im Stil alter PlayStation-Titel erleben will, welches nichts anderes kennt als seine märchenhafte Geschichte, ohne sich um so etwas wie „erwachsene Erzählung“ zu scheren.
Ein riesiger Glockenturm ist in der Welt des jungen Zirian da auf einmal aufgetaucht und hat das Land in Dunkelheit getaucht. Mehr noch: Seine Schwester ist in seinem Inneren gefangen. Also schnappt sich der junge Held Schwert und Sidekick (ein Kuckucksvogel namens, nun, Kuckuck) und macht sich daran, die gigantischen Ketten zu zerschlagen, die vom Turm bis in die Ferne jeder Himmelsrichtung reichen.
Überhaupt ist die Welt für mich der Star des Abenteuers. Alles trägt die Handschrift der sagenumwobenen Uhrmacher. Überall findet man Zahnräder oder Ziffernblätter – oft als Plattformen, auf denen der Weg nach oben zu einer versteckten Kiste führt. Denn das Erkunden und Aufspüren von vor allem Kristallen nimmt einen großen Teil der Zeit ein, die man mit Zirian verbringt.
Apropos: Die Zeit selbst scheint wie stehengeblieben, wenn die Splitter mosaikartiger Kirchenfenster wie festgefroren im Raum hängen und das wenige Licht dort funkelnde Akzente wirft. Dieses Wechselspiel aus grellem Schein und dunklen Räumen bekommt Indiestudio Weird Beluga (Clid the Snake) hervorragend hin. Gleich im ersten Teil des Spiels gibt es ein brennendes Dorf, auf dessen Wiesen rotglühendes Gras vom heißen Wind umhergeworfen wird. Das ist auf eine fast schon unheimliche Art wunderschön.
Und natürlich wird auch gekämpft; mit Dreifach-Kombo, Konter nach rechtzeitigem Ausweichen, dem gut getimten Zurückschießen von Projektilen, (wenigen) eigenen Schüssen sowie in Bosskämpfen, bei denen immer auch das geschickte Ausnutzen der Umgebung beziehungsweise das Ausweichen der vom Boss ausgelösten Gefahren eine Rolle spielen.
Zirian kann sich sogar an einen Gegner heranziehen – sowie über Abgründe hinweg oder in große Höhen hinauf, falls sich dort Ankerpunkte für seinen Greifhaken befinden. Denn das Erkunden von Kristallen, mit denen er neue Fähigkeiten oder einfach nur Verbesserungen bereits erhaltener kauft, spielt in seinem Abenteuer eine große Rolle. Dafür reist er über Portale in sein Dorf zurück, wo es im Verlauf der Geschichte immer heller wird, bis der Eingang zum Glockenturm irgendwann offen steht...
Wie gesagt: Weird Beluga erfindet das klassische Action-Adventure in keiner Form neu, spendiert ihm aber einen bezaubernden Vertreter, der sich nie besonders, aber immer gut spielt. Und der diese naive Abenteuerlust ausstrahlt, mit der man sich erfreulich sorglos in die magische Welt der Uhrenmacher fallenlassen kann. Und das Steam Deck mit stabilen 30 Bildern pro Sekunde übrigens auch gemütlich auf dem Sofa spielbar ist.