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„Unhinged“ und „Oxenfree“: Netflix schließt zwei weitere Spielestudios
Netflix schließt die Entwicklerstudios Night School und Moonloot. Von den einst großen Spiele-Ambitionen des Streaming-Dienstes bleibt immer weniger übrig.
„Oxenfree“ wurde 2016 zum Indie-Hit. Nun schließt Netflix das Studio.
Netflix schließt seine beiden Spielestudios Night School und Moonloot. Das hat Netflix dem Spiele-Newsletter Game File bestätigt. Night School hatte erst am 30. Juni das Horrorspiel „Unhinged“ veröffentlicht – wenige Wochen später ist das Studio, das sich einst mit „Oxenfree“ einen Namen machte, am Ende.
Das kalifornische Studio hatte 2016 mit dem Mystery-Adventure einen echten Indie-Hit gelandet. 2021 übernahm Netflix den „Oxenfree“-Entwickler als erstes Spielestudio überhaupt. Es folgten „Oxenfree II: Lost Signals“, ein Ableger zur Serie „Black Mirror“ und zuletzt „Unhinged“, das das Smartphone zum Controller macht. Moonloot kam gar nicht erst so weit: Das Studio wurde 2022 in Helsinki intern aufgebaut und hat nie ein Spiel veröffentlicht.
Netflix begründet die Schließungen mit vagen PR-Statements: Man sehe die Gelegenheit, gezielter vorzugehen, und passe die Organisation an die neuen Prioritäten an, teilte ein Sprecher Game File mit. Vorrang haben demnach Kinderspiele, Partyspiele, erzählerische Titel und Spiele mit Massenmarkt-Potenzial.
2024 schloss Netflix sein wohl ambitioniertestes Studio, das an einem geheimen Top-Titel gearbeitet hatte. Das Team sollte ein hochkarätiges Spiel für mehrere Plattformen entwickeln und hatte dafür bekannte Branchenveteranen angeheuert. Veröffentlicht hat „Team Blue“ nie etwas. Im Oktober 2025 folgte die Schließung von Boss Fight. Im Dezember 2025 verkaufte Netflix das Studio Spry Fox an seine Gründer zurück.
Übrig bleiben das finnische Studio Next Games und ein Team, das externe Entwickler betreut. Auch dort läuft es nicht rund: Beim US-Studio Refactor Games, das „FIFA World Cup: Launch Edition“ für Netflix mitentwickelt hat, verloren 85 Prozent des Teams ihren Job. Co-CEO Greg Peters hatte „FIFA World Cup“ und „Unhinged“ Mitte Juli im Gespräch mit Investoren noch gelobt.
Große Spiele-Ambitionen kann man Netflix nicht mehr unterstellen. Stattdessen lässt der Streaming-Dienst vergleichsweise billige Markenauskopplungen entwickeln – zum Beispiel Spiele zu „Stranger Things“ und „Squid Game“, dazu Reality-Formate wie „Too Hot to Handle“. Dazu kommen Party- und Kinderspiele, die per Cloud auf dem Fernseher laufen und per Smartphone gesteuert werden.
Größere Projekte sind kaum bekannt. Das französische Studio Don't Nod („Life is Strange“) hat im vergangenen Jahr aber bekannt gegeben, ein Spiel zu einer großen Netflix-Marke zu entwickeln.
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