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Secretlab Atlas Test: Der Gaming-Stuhl wird endlich erwachsen
Mit dem Atlas bringt Secretlab einen optisch und ergonomisch hervorragenden Gaming-Stuhl auf den Markt, der alte Schwächen gekonnt ausmerzt.
Okay, der hier überzeugt sowohl optisch als auch in Sachen Verarbeitung und Funktionalität vollends: Secretlab bringt mit dem Atlas seinen bisher besten Gaming-Stuhl heraus und zeigt, dass man aus vergangenen Versäumnissen die richtigen Lehren gezogen hat.
Dabei war ich zunächst skeptisch, denn mein erster Kontakt mit einem Secretlab-Stuhl vor etwas über drei Jahren war eine zweischneidige Angelegenheit. Der Titan Evo wirkte auf den ersten Blick durchdacht, war zweifellos hübsch und sogar aufwendig verarbeitet. Viele Features gefielen mir sehr, aber der Sitz war für jemand, der eher leicht gebaut ist, zu fest und an einer essenziellen Sache wurde unverständlicherweise gleich ganz gespart: der Synchronmechanik.
Wer einen guten Bürostuhl sein Eigen nennt, weiß, wie wichtig das abgestimmte Neigeverhalten von Sitzfläche und Rückenlehne für einen gesunden, dynamischen Sitz ist. Kaum ein Stuhl für ausgedehntes, sitzendes Arbeiten, der etwas auf sich hält, kommt ohne aus. Dass einem Gaming-Stuhl von deutlich über 500 Euro etwas fehlt, das im Büroalltag längst Pflicht ist, passte zu meinem damaligen Bild von dieser Sorte Hardware: einem Lifestyleprodukt, das die falschen Prioritäten setzte und deshalb oft zu teuer wirkt. Der Atlas korrigiert nun so gut wie alles, was ich am Titan Evo kritisiert habe.
(An dieser Stelle der Einwurf, dass der neue Titan Evo mittlerweile auch mit NanoFoam daherkommt)
Das bedeutet: Im Atlas sind ab sofort eine tadellos funktionierende Synchronmechanik und eine Sitztiefenverstellung verbaut und gehören zum Preis von 519 Euro zur Standardausstattung. Zusätzlich kosten lässt sich Secretlab die neue NanoFoam-Polsterung: Stühle mit diesem neuen, weicheren Sitzmaterial – zwei mit überwiegend Stoffbezug, zwei mit durchgängigem Kunstleder – kosten 699 Euro. Außerdem gibt es den Stuhl in “Regular” (bis 178 cm, 100 kg) und gegen 20 Euro Aufpreis in “Large” (178 cm bis 195 cm).
Secretlab stellte mir einen NanoFoam-Stuhl in Regular zum Test zur Verfügung, wenngleich ich sagen muss, dass meine Entscheidung im ersten Moment vor allem aus optischen Gründen fiel. Der Dune+ betont in seinem dezenten, hellen Beige die elegant geschwungene, schlanke Silhouette dieses ausgesprochen ansehnlichen Möbels exzellent. Die Gestalter setzten auf cleane Konturen und dezente Bedienelemente. Als Freund skandinavischen Designs gefällt er mir sehr. Er sieht zudem keineswegs nach den 25 Kilogramm aus, die er wiegt. Tatsächlich würde ich behaupten, dass wenige andere Hersteller von Gaming-Chairs schon einen hübscheren abgeliefert hätten. Ein echter Hingucker, den man allein des Aussehens wegen kaufen könnte.
Auch der leicht melierte “SoftWeave”-Stoff fühlt sich schön an, scheint ausreichend schmutzunempfindlich für krümelnde Naschkatzen wie mich und ist atmungsaktiv genug, dass ich selbst im Sommer nicht zerfließe, wenn ich bei 30 Grad im Büro meine Artikel schreibe. Durchaus hochwertiges Kunstleder ziert die Rückenlehne sowie die Außen- und Innenwangen des Sitzes.
Abseits seines augenschmeichelnden Äußeren erwies sich aber die komplexere Polsterung mit dem neuen “NanoFoam” als echter Gewinn. Als ein eher leicht gebauter Zocker – ich wiege keine 70 kg – hatte ich mit dem klassischen und recht festen Kaltschaum des Titan Evo wie schon erwähnt kein ganz leichtes Spiel. Auf dem Atlas sitze ich den ganzen Arbeitstag und häufig darüber hinaus, ohne den Impuls zu haben, das längst abgelaufene Babypuder zu suchen, das sich irgendwo hinten im Badezimmerschrank noch verstecken muss. Schade, dass Leichtgewichte für diesen Komfort extra zur Kasse gebeten werden, obwohl ich sagen muss, dass sich das Upgrade lohnt.
Der Zusammenbau gelang schon beim Titan Evo spielend (wenn man den sperrigen 35-Kilo-Karton endlich mal die enge Dachgeschosstreppe hochgewuchtet hatte), weil nicht nur gutes Werkzeug beiliegt,