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Deutschland-Ausbau: OpenAI kommt nach Berlin und will Rechenzentren
OpenAI baut seine Präsenz in Deutschland aus: Auf das im vergangenen Jahr eröffnete Büro in München soll „ziemlich bald“ ein zweiter Standort in Berlin folgen. Parallel bemüht sich der ChatGPT-Entwickler weiter um den Aufbau eigener Rechenzentrumsinfrastruktur in Deutschland.
„Wir haben beschlossen, ein zweites Büro in Deutschland zu eröffnen, und zwar in Berlin“, sagte OpenAI-Chef Sam Altman in einem Interview mit dem Handelsblatt. Einen konkreten Eröffnungstermin, eine Adresse oder Angaben zur Größe des Teams nannte er nicht. Der neue Standort solle aber „ziemlich bald“ seinen Betrieb aufnehmen.
Das erste deutsche Büro hatte OpenAI im Februar 2025 für München angekündigt und im Mai desselben Jahres eröffnet. Zur Begründung für die weitere Expansion verweist Altman auf die Bedeutung des deutschen Marktes. Deutschland sei einer der größten und am schnellsten wachsenden Märkte des Unternehmens und gehöre zu den Ländern, in denen die Werkzeuge besonders intensiv eingesetzt würden.
Konkrete Nutzerzahlen veröffentlicht OpenAI weiterhin nicht. Nach Angaben des Unternehmens hat Deutschland jedoch die meisten ChatGPT-Nutzer in Europa und gehört weltweit zu den drei größten Märkten für zahlende Abonnenten. Außerhalb der USA zähle Deutschland zudem sowohl bei Geschäftskunden als auch bei der Zahl der Entwickler, die die OpenAI-API verwenden, zu den wichtigsten Märkten.
Neben einem Büro will OpenAI auch mehr technische Infrastruktur in Deutschland aufbauen. Der Konzern versuche derzeit herauszufinden, wie dies umgesetzt werden könne, erklärte Altman. Er hoffe, dass Deutschland den Bau von Rechenzentren in Betracht ziehe und dafür die nötigen Ressourcen bereitstelle. Welche Voraussetzungen OpenAI dabei konkret erwartet, führte er nicht aus.
Neu sind diese Überlegungen nicht. OpenAI hatte mit der Bundesregierung bereits über ein bis zu ein Gigawatt großes Rechenzentrum nahe der französischen Grenze gesprochen. Die Anlage sollte demnach mit Atomstrom aus Frankreich versorgt werden und einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten. Die Gespräche mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Vizekanzler Lars Klingbeil und Digitalminister Karsten Wildberger führten allerdings zu keinem konkreten Ergebnis.
Mit Blick auf deutsche Unternehmen betonte Altman im Handelsblatt-Interview auch den Datenschutz. Daten von Geschäftskunden würden nicht zum Training der Modelle verwendet. Darüber hinaus biete OpenAI eine verbindliche „Null-Daten-Speicherung“ an, bei der übertragene Inhalte nicht für spätere Auswertungen gespeichert würden. OpenAI wolle als Plattformanbieter die Wirtschaft unterstützen und nicht mit den eigenen Kunden konkurrieren, so der Unternehmenschef.