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Honor Robot Phone: Smartphone mit Kamera an Roboterarm kostet 1.300 Euro
Mit dem Robot Phone bringt Honor jetzt zuerst in China ein Smartphone auf den Markt, das seine Kamera nicht nur stabilisiert, sondern über einen Roboterarm physisch bewegen kann. Ein 4DoF-Gimbal übernimmt Schwenks, Neigungen und Rotationen, während KI die Kamera auf Motive ausrichtet. Das Robot Phone startet für 1.300 Euro.
Das Robot Phone hat Honor bereits mehrfach auf eigenen Veranstaltungen und Messen gezeigt, zuletzt im größeren Umfang zum MWC, als parallel auch das Magic V6 vorgestellt wurde. Jetzt hat das Unternehmen den Marktstart zunächst für China bekannt gegeben, bereits morgen lässt es sich dort für umgerechnet knapp 1.300 Euro in der Version mit 12 GB/512 GB kaufen. Eine 1-TB-Version wird für umgerechnet 1.660 Euro angeboten.
Das Robot Phone unterscheidet sich deutlich von klassischen Smartphones. Statt das Kameramodul starr in das Gehäuse zu integrieren, hat Honor einen motorisierten Mechanismus entwickelt, der die Kamera physisch bewegen kann. Dafür setzt das Unternehmen auf einen Roboterarm mit einem kompakt konstruierten 4DoF-Gimbal-System (Degrees of Freedom).
Honor kombiniert dabei einen dreiachsigen mechanischen Gimbal zur Bildstabilisierung mit einem zusätzlichen Freiheitsgrad für weitergehende Bewegungen des Kameramoduls. Die vier Bewegungsachsen werden als Pan, Tilt, Roll und Flip beschrieben. Dadurch kann die Kamera nicht nur Drehbewegungen ausgleichen, sondern auch die Perspektive aktiv ändern.
Die Konstruktion soll aus „mehr als 100 Präzisionskomponenten“ bestehen und in 60 Fertigungsschritten hergestellt werden. Mehr als 100 Patente seien in die Entwicklung eingeflossen. Die Abmessungen des Gimbal-Systems wurden gegenüber externen Gimbals um 65 Prozent reduziert, während Honor gleichzeitig eine um 200 Prozent höhere Stabilität angibt. Die Herstellerwerte beziehen sich auf interne Vergleichstests und sind daher nicht ohne Weiteres mit Messungen anderer Gimbals vergleichbar.
Für die Bewegung ist unter anderem ein 2,6 Gramm leichter Titan-Gimbal-Motor zuständig. Er erreicht laut Honor im Robot Mode bis zu 360 Grad pro Sekunde. Ein weiterer, als „Super Steel Flip Motor“ bezeichneter Antrieb erreicht eine Drehmomentdichte von 120 Nm/L. Die hohe Leistungsdichte soll trotz geringer Baugröße schnelle Bewegungen des Kameramoduls ermöglichen.
Diese zusätzliche Bewegungsfreiheit nutzt Honor für verschiedene Aufnahmefunktionen. Der „AI SpinShot“ kann beispielsweise kontrollierte Rotationen um 90 oder 180 Grad ausführen. Dadurch sollen Übergänge entstehen, für die bei konventionellen Smartphones eine digitale Nachbearbeitung oder ein separates Gimbal erforderlich wäre.
Das Robot Phone unterstützt außerdem verschiedene Bewegungsmodi wie Tilt Lock, First Person View (FPV) und FPV Vertical. Die Kamera kann auf ein Motiv ausgerichtet bleiben, während sich das Smartphone beziehungsweise die Person vor der Kamera bewegt.
Die Kombination aus mechanischer Bewegung und KI-basierter Objekterkennung kann Personen oder andere Motive in Echtzeit verfolgen und den Gimbal entsprechend nachführen. Anders als beim digitalen Tracking wird nicht nur ein Ausschnitt aus eines Kamerabilds verschoben, die optische Achse wird tatsächlich mechanisch bewegt.
Diese Eigenschaften sollen das Robot Phone beispielsweise für Vlogging, Livestreaming oder Videoanrufe interessant machen. Der Nutzer kann sich vor der Kamera bewegen, während das Kameramodul die Perspektive selbstständig anpasst.