// HEISE ONLINE — MOBILE & WEB
WebKit statt Konkurrenz-Engines: iOS-Browser laut Microsoft 30 Prozent lahmer
In der EU ist es Browser-Herstellern inzwischen erlaubt, eigene Engines zu verwenden – nicht jedoch in den USA. Das kostet Nutzer Leistung, behauptet Microsoft.
This article is also available in
English.
It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Microsoft glaubt, dass Browser auf dem iPhone deutlich schneller laufen könnten, wenn Apple die Pflicht zu WebKit aufgeben würde. Kyle Pflug, Group Product Manager in der Microsoft-Edge-Web-Platform-Gruppe, behauptet, die Nutzung der Blink-Browser-Engine aus dem Chromium-Projekt könne das Web auf dem iPhone um 28,6 Prozent beschleunigen. Dies bezieht sich auf den sogenannten Web-Responsiveness-Test im Rahmen von Speedometer 3.1. JavaScript- und Wasm-Durchsatz via Jetstream 3 seien immerhin noch 13,1 Prozent schneller, das Grafikrendering um 2,1 Prozent.
Interessanterweise hatte Pflug dies mithilfe von Apples offiziellem SDK BrowserEngineKit umgesetzt. Das dient dazu, nach Genehmigung entsprechender „Entitlements“ durch den Konzern alternative Engines zu WebKit in einem Browser zu verwenden. Das Problem: Apple erlaubt dies nur in den Märkten der Europäischen Union sowie in Japan. In der Praxis heißt dies, dass große Browser-Hersteller dies nicht umsetzen, um unter iOS nicht mit zwei Browser-Zweigen hantieren zu müssen.
Pflug probierte die Benchmarks mit dem iPhone 17 Pro Max (A19 Pro) aus und konnte belegen, dass sich mit Blink auch ein iPad Pro mit M5-Chip und Safari mit WebKit schlagen ließ. Der Edge-Produktmanager stellte allerdings klar, dass es sich nicht um eine Produktankündigung handelt. „Aber es zeigt, dass hier die Chance besteht, echte Leistungslücken zu schließen und neue Wettbewerbsvorteile in puncto Leistung zu erzielen.“ Die Werte wurden im Rahmen von insgesamt drei Benchmarkdurchgängen unter iOS 26.5.1 erzielt.
Apple hatte im Rahmen der Regulierung durch den Digital Markets Act erstmals überhaupt konkurrierende Browser-Engines zugelassen. Doch seither tat sich fast nichts. So teilte die Gruppe Open Web Advocacy (OWA) im vergangenen Sommer mit, es sei derzeit „fast unmöglich“, WebKit zu ersetzen. Apple betont, Entwicklern alles zu geben, was sie brauchen.
OWA sieht das anders: Apple mache es Browser-Anbietern derzeit „so schmerzhaft wie möglich“. Dazu zählt laut der Organisation unter anderem, dass eigene EU-Browser erstellt werden müssen (also jeweils eigene Apps), Tests außerhalb der EU nur schwer möglich seien und der Browser automatische Updates abdrehen müsse, sobald Nutzer die EU mehr als 30 Tage lang verlassen.
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden.
Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden.
Mehr dazu in unserer
Datenschutzerklärung.
Mac & i informiert Sie im täglichen Newsletter über alles Wichtige rund um Mac, iPhone und Apple Watch.