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Marokkos Jugend sieht zu Hause keine Perspektive
Marokko erlebt einen Wirtschaftsboom, aber der kommt bei vielen nicht an. Vor allem junge Menschen wollen auswandern - was der Andrang auf Ceuta beispielhaft gezeigt hat. Für den Frust gibt es nicht nur wirtschaftliche Gründe.
Der 25-jährige Hamza steht am Strand von Fnideq. Die zerrissene Kleidung ist noch feucht vom Versuch, in die Nachbarstadt Ceuta hinüberzuschwimmen.
Der Versuch scheiterte, aber er will erneut versuchen, in die europäische Exklave Ceuta zu gelangen: "Es ist der Traum meiner Mutter, den ich leben will: nach Europa gehen, dort arbeiten und dem Elend hier entkommen. Dann komme ich zurück und helfe meiner Mutter."
Dabei hat der junge Mann Arbeit - in einer Textilfabrik in Tanger, sagt er. Aber der Lohn reiche nicht, schon gar nicht, um eine Familie zu gründen. Umfragen zufolge hegt mehr als die Hälfte der jungen Marokkanerinnen und Marokkaner den Wunsch auszuwandern.
Das über Social Media verbreitete Gerücht, Spanien habe in Ceuta seine Grenze geöffnet, fiel dann Ende Juli auf fruchtbaren Boden - etwa bei der 29-jährigen Nadia. Ihr gelang der Grenzübertritt.
Die Enttäuschung der Menschen ist groß - vor allem über die Korruption, die in Marokko herrscht.
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Der Nachrichtenagentur AFP schilderte sie ihre Erwartungen: "Wir sind hier, weil wir wissen, dass Spanien jungen Menschen eine Chance bietet. Wir hoffen, unseren Status legalisieren zu können. Das ist ein Land, das den Menschen hilft. Dort können wir uns eine Zukunft vorstellen."
Mustapha dagegen hat die Hoffnung aufgegeben. Dabei hat er sogar Verwandte in Ceuta, bei denen nun seine 16-jährige Tochter Oumaima lebt, die ebenfalls hinüberschwamm.
Doch der Vater ist angesichts des Massenandrangs nach nur einer Nacht aus Ceuta zurückgekehrt, zurück zum Dienst in einem Café in Fnideq, wo er umgerechnet rund 350 Euro im Monat verdiene:
Bei Fnideq, unweit der Grenze zur spanischen Exklave Ceuta: Viele junge Menschen sehen in Marokko keine Perspektive mehr.