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Thunderbird 154: Update bringt Microsoft Graph und neue Mac-Vorschau
Neben Firefox hat Mozilla nun auch Thunderbird in Version 154 veröffentlicht. Mit dem Update erhält der E-Mail-Client zahlreiche Neuerungen, darunter Microsoft Graph für Microsoft 365, eine Vorschaufunktion für Anhänge unter macOS und einen neuen System-Tray-Modus. Hinzu kommen zahlreiche Verbesserungen und Korrekturen.
Eine der größten Neuerungen des Updates dürfte Nutzer betreffen, die mit macOS unterwegs sind. Unter Apples Betriebssystem können Anhänge in Thunderbird nun direkt in einer Vorschau angezeigt werden. Windows-Nutzer profitieren hingegen von der Microsoft-365-Anbindung mittels Microsoft Graph. Daneben verbessert Thunderbird den Umgang mit CMS-Nachrichten, wobei Nachrichten mit AuthEnvelopedData jetzt korrekt entschlüsselt werden können. Auch beim Umgang mit als message/rfc822 eingebetteten E-Mails gibt es Erweiterungen: Über das Kontextmenü steht nun „Copy To“ zum Kopieren in einen Ordner zur Verfügung. Entsprechende MIME-Anhänge lassen sich zudem per Drag-and-drop in den Ordnerbaum ziehen.
Auch die anwendungsweite Suche erhält neue Funktionen. So können Suchergebnisse nun standardmäßig in einer Listenansicht geöffnet werden. Neu ist darüber hinaus ein optionaler System-Tray-Modus. Ist dieser aktiviert, wird Thunderbird beim Schließen des letzten Fensters nicht vollständig beendet beziehungsweise sichtbar gehalten, sondern in den System-Tray ausgeblendet.
Der größte Teil des neuen Updates entfällt allerdings auf Fehlerbehebungen. So zeigte Thunderbird in der Vergangenheit unter bestimmten Umständen Warnungen vor externen Inhalten an, obwohl für den Absender bereits eine entsprechende Ausnahme galt. Weiter wurde beim Kopieren eines Nachrichtenbetreffs immer wieder die Bezeichnung „Subject“ mitübertragen. Zudem konnten Nachrichten übermäßig viele Leerzeilen am Ende aufweisen, während unvollständig kopierte Nachrichtendateien leere Nachrichten mit einem Datum aus dem Jahr 1970 erzeugen konnten. All diese Fehler sollen laut Mozilla nun behoben worden sein.
Mit der neuen Version wurde ebenso ein folgenschweres Problem beim Verschieben von IMAP-Ordnern in die lokalen Ordner korrigiert. Schlug der Kopiervorgang fehl, bestand die Gefahr, dass Nachrichten gelöscht wurden. Bei durch Filter verschobenen IMAP-Nachrichten konnten Anhänge zudem fälschlicherweise leer erscheinen. Thunderbird verschickte außerdem wiederholt Benachrichtigungen für IMAP-Nachrichten, die bereits auf einem anderen Gerät gelesen worden waren. Auch diese Fehler sollten nun nicht mehr auftreten.
Unter macOS behebt das Update ein Grafikproblem, bei dem Thunderbird nach Fehlern beim Start des GPU-Prozesses auf Software WebRender zurückfiel. Hinzu kommen kleinere Darstellungs- und Bedienungsverbesserungen, darunter die Wiederherstellung der fehlenden Richtungspfeile im Symbol für automatisches Scrollen.
Weitere Fehlerbehebungen finden sich in den Bereichen RSS, Kalender, CalDAV und CardDAV, Kontoeinrichtung, Exchange- und EWS-Konten sowie bei Ordnern und deren Verwaltung. Gleichzeitig wurden mehrere Absturzursachen beseitigt. Eine genauere Auflistung der Neuerungen und Änderungen liefern auch dieses Mal die ausführlichen Release Notes.
Die Security Notes listen für das Thunderbird-Update 53 behobene sicherheitsrelevante Schwachstellen auf, von denen Mozilla 17 als besonders gefährlich einstuft. Zu den schwerwiegendsten behobenen Schwachstellen gehört eine Lücke im Remote Settings Client, die einen möglichen Ausbruch aus der Sandbox erlauben kann. Ebenfalls mit hohem Schweregrad bewertet wird ein Problem mit der Site-Isolation in CanvasWebGL. Mehrere weitere hoch eingestufte Schwachstellen ermöglichen laut Mozilla eine Ausweitung von Berechtigungen. Allein aus diesen Gründen wird empfohlen, das Update schnellstmöglich einzuspielen.
Ein Update haben auch die Thunderbird-Varianten mit verlängertem Support erhalten. In Version 153.1.0 ESR wurde ein Problem mit dem Autoscroll-Symbol behoben, bei dem die Richtungspfeile in scrollbaren Nachrichten nicht