// EUROGAMER.DE — GAMING
GTA 6 Leaks nehmen kein Ende: Hacker meldet sich mit neuem Gameplay zurück
Der Account CyberLeek veröffentlichte weitere Clips aus Grand Theft Auto 6, die Vice City und Jason zeigen. Die Motivation dahinter sorgt für scharfe Kritik.
Rockstar bekommt die Leaks von Gameplay-Videos zu Grand Theft Auto 6 offenbar auch am zweiten Tag nicht unter Kontrolle. Der verantwortliche Leaker behauptet sogar, "vollen Zugriff" auf das Spiel zu haben. Nachdem es über Nacht kurzzeitig ruhig war, meldete er sich nun mit einem weiteren scheinbar echten GTA-6-Video zurück.
X hatte den Account von CyberLeek – dem mutmaßlich verantwortlichen Leaker – gestern gesperrt. Über dieses Profil hatte er die vorherigen GTA-6-Videos verbreitet. Doch heute ging direkt ein neuer Account unter demselben Namen online und macht genau da weiter, wo der alte gesperrt wurde.
Der unglaubliche Hype um das kommende Open-World-Spiel kommt nicht von ungefähr: Der direkte Vorgänger Grand Theft Auto 5 erschien ursprünglich 2013 und mauserte sich mit über 200 Millionen verkauften Einheiten zu einem der erfolgreichsten Videospiele der Geschichte.
Gestern tauchten bereits drei GTA-6-Videos auf. Vor wenigen Augenblicken folgte nun Nummer vier. Das Video zeigt einen Doppeldecker über einer riesigen Großstadt – vermutlich Vice City. Dabei wird deutlich, wie gewaltig und detailliert die Spielwelt ausfällt. Wolkenkratzer ragen in den Himmel, während sich Autobahnen in Spiralen um sie herum schlängeln und Autos winzig wie kleine Punkte darüber rollen. Im Flugzeug läuft das Radio, während die Maschine ohne bestimmtes Ziel am Himmel zieht.
Am Ende des Clips feuert Co-Protagonist Jason mit einem Gewehr auf eine Wand. Die Einschusslöcher ergeben dabei das Wort "leek". Das deutet stark auf eine Verbindung zwischen der Person hin, die das Material aufgenommen hat, und CyberLeek. Womöglich sitzt der Leaker sogar selbst am Controller. Der X-Account von CyberLeek untermauert das mit der Aussage: "Ja, ich habe vollen Zugriff auf das Spiel."
Andere, deutlich kürzere Videos von gestern zeigten ein kleines Passagierflugzeug beim Start an einem Flughafen, während im Hintergrund die Sirenen heulten. Der Spieler hatte volle sechs Fahndungssterne, die Polizei klebte ihm also gewaltig an den Fersen. Ein anderer Clip zeigte einen Hubschrauber, der über ein Sumpfgebiet gleitet – ganz klar eine Nachbildung der Everglades in Florida.
Bisher steht noch nicht fest, ob das Material echt ist und wie aktuell die Aufnahmen gegebenenfalls sind. Dass die Clips aus dem "Extended Look"-Trailer zu GTA 6 stammen, der nächste Woche auf Netflix läuft, gilt als unwahrscheinlich. Das Material wirkt schlicht zu roh und ungeschnitten – eben genau so, als hätte jemand beim Zocken einfach mitgefilmt. Das geschriebene Wort "leek" bestätigt diese Vermutung im Grunde genommen. Wie lange diese Leak-Welle noch anhält, weiß aktuell niemand. Gestern stellte der Leaker allerdings noch zwei bis vier weitere Videos in Aussicht.
Als Motivation hinter den Leaks nennt der Urheber seinen Protest dagegen, dass GTA 6 nicht auf einer physischen Disc erscheint. Zudem stößt er sich daran, dass Rockstar Käufern der teureren Ultimate Edition offenbar eine ganze Menge exklusiver In-Game-Inhalte spendiert. Allerdings verdient der Leaker über eine verknüpfte Spendenaktion gleichzeitig noch kräftig an Krypto-Spenden mit.
Genau diese finanzielle Komponente zieht scharfe Kritik von Verbraucherschutzinitiativen wie Stop Killing Games auf sich. Die Organisation fordert ihre Anhänger auf, solche "illegalen" Aktionen auf keinen Fall finanziell zu unterstützen. "Schickt diesen Leuten kein Geld, ganz egal, wie viel Sympathie ihr für ihre Taten empfindet", warnte Stop Killing Games eindringlich.