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Bauhaus – Sachsen-Anhalt: »Bauhaus-Manifest« – Institutionen erinnern an Anfeindungen durch das Naziregime
Wenige Wochen vor der Wahl in Sachsen-Anhalt machen sich Kulturschaffende, Handwerk, Architekten und Kirchen in einem »Bauhaus-Manifest« für die Freiheit der Kunst und eine weltoffene Gesellschaft stark. Das Papier erinnert an die Anfeindung des Bauhauses durch das Naziregime und mahnt zur Erinnerungskultur.
»Die Autonomie künstlerischer Leistungen und Institutionen gehört zu den Grundbedingungen einer lebendigen Demokratie«, heißt es in dem Schreiben. »Stärken wir daher Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser und andere Kulturorte als Räume des Perspektivwechsels, des Widerspruchs und des demokratischen Dialogs. Sichern wir ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit gegenüber parteipolitischen Interessen und Einflussnahmen.«
Das Bauhaus war 1919 vom Architekten Walter Gropius und anderen als Kunstschule in Weimar gegründet worden und später nach Dessau umgezogen. Seine künstlerischen Ansätze und Designformen beeinflussen Kunst und Architektur bis heute. Die AfD im sachsen-anhaltischen Landtag bezeichnete das Bauhaus als »Irrweg der Moderne«.
Mit dem »Bauhaus-Manifest 2026« stellen sich dagegen unter anderem die Akademie der Künste, der Deutsche Kulturrat, der Deutsche Designtag, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Museumsbund, der Zentralverband des Deutschen Handwerks sowie die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland. Initiator ist Kulturstaatsminister Wolfram Weimer.
»Gemeinsam machen wir deutlich, dass wir das Bauhaus und seine Prinzipien stärken und gegen jede Art von demokratiefeindlichen Angriffen verteidigen wollen«, sagte Weimer. »Das Bauhaus zeigt, welche innovative Kraft entsteht, wenn Kunst, Handwerk, Design und Technologie zusammenwirken. Es steht für Kreativität und Austausch, Mut und Offenheit für neue Ideen.« Das seien Werte, die damals wie heute wichtige Impulse gäben. »Darauf können wir stolz sein.«
Grundgedanke des Bauhauses sei, schöpferische Ideen, wagemutige Forschung, handwerkliche Exzellenz und technologische Innovation zusammenzuführen. Zudem stehe das Bauhaus für Offenheit und Erneuerung, Austausch und Vernetzung. Die Unterstützer finden: »Diese Offenheit ist eine große Stärke deutscher Kultur und bereichert Deutschland. Kulturfeindlichen Nationalismus lehnen wir ab.«
Die AfD wird in dem »Bauhaus-Manifest 2026« nicht erwähnt. Das Papier ist aber eine Art Gegenentwurf zu den Zielen der Partei, die in Sachsen-Anhalt eine Alleinregierung anstrebt. Sie will nach eigenen Angaben eine »patriotische Kulturpolitik« und vorwiegend Kunst fördern, die »einen Beitrag zu deutscher Identitätsfindung leistet«. Ihr Vorbild ist Ungarns früherer Ministerpräsident Viktor Orbán.
Am Rand eines Festakts im Bauhaus Dessau erklärte Sachsen-Anhalts Staatsminister und Minister für Kultur, Rainer Robra (CDU): »Das Bauhaus wurde einst aus politischen Gründen aus Weimar vertrieben. Dieses Kapitel unserer Geschichte mahnt uns, die Freiheit der Kunst niemals als selbstverständlich hinzunehmen.«
Warum die AfD in Sachsen-Anhalt gegen das Bauhaus hetzt, lesen Sie hier .