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Epic Games Store in der Krise: Analyst sieht keine Hoffnung mehr für die Steam-Konkurrenz
Ein Branchenanalyst fällt ein hartes Urteil über die PC-Plattform. Das Unternehmen solle den Kampf gegen Valve aufgeben und sich stattdessen auf Fortnite fokussieren.
Epic arbeitet, wie bereits bekannt ist, an einer Überarbeitung des Epic-Games-Store-Launchers. Diese Modernisierung betrifft nicht nur die technische Seite, sondern umfasst auch Empfehlungen, Schnellzugriff und Patch Notes.
Features, die im Grunde längst hätten kommen müssen. Ist es dafür mittlerweile zu spät? PC Gamer hat bei Emmanuel Rosier, Director of Market Intelligence beim Branchenanalysten Newzoo, nachgefragt.
"Ich sehe ehrlich gesagt nicht, wie sie das Ruder noch herumreißen wollen", erklärt Rosier. "Steam ist mittlerweile einfach allgegenwärtig. Der Epic Games Store lockt die Leute mit kostenlosen Spielen an. Die Nutzer loggen sich ein, schnappen sich die Free Games und spielen sie am Ende nicht einmal. Es geht fast nur noch ums Sammeln der Spiele, nicht mehr ums Zocken."
Der Epic Games Store startete Ende 2018 als direkter Konkurrent zu Platzhirsch Steam. Mit einer deutlich geringeren Umsatzbeteiligung für Entwickler, teuer eingekauften Exklusivtiteln und wöchentlichen Gratis-Spielen versuchte Epic aggressiv, Marktanteile zu erobern.
Bei Spielen wie Blood West kann dies sogar dazu führen, dass die Verkaufszahlen auf Steam angekurbelt werden, da Spielerinnen und Spieler den Titel bei Epic ausprobieren und dann auf Valves Plattform kaufen.
"Das größte Problem von Epic liegt meiner Meinung nach darin, dass sie in den letzten Jahren überall gleichzeitig gewinnen wollten", fügt Rosier hinzu. "Sie legen sich mit Steam an, sie kämpfen gegen Apple und gegen Google Play. Wahrscheinlich geht ihnen allmählich einfach die Puste aus. Ihr könnt eben nicht all diese Schlachten auf einmal schlagen."
Daher sieht er die Zukunft des Unternehmens als Entwickler positiver: "Sie sollten sich wahrscheinlich auf das konzentrieren, was wirklich zählt. Das ist in meinen Augen ganz klar Fortnite. Man merkt, dass sie aktuell extrem viel Arbeit in den Shooter stecken. Sie geben wirklich alles. Wenn ihr euch den heutigen Zustand von Fortnite im Vergleich zu vor sechs oder zwölf Monaten anschaut, funktioniert diese Strategie auch deutlich besser."
Ein wesentlicher Aspekt ist laut Rosier, dabei andere Games mit einzuschließen: "Das halte ich für einen extrem wichtigen Trend bei Fortnite. Sie haben absolut keine Angst vor anderen Spielen. Es ist schon lustig. Fortnite ist inzwischen eine Gaming-Plattform, die gar nicht mehr in direkter Konkurrenz zu anderen Titeln steht. Wenn ihr heute ein neues Spiel veröffentlicht, ergibt es total Sinn, euer Marketing direkt innerhalb von Fortnite aufzuziehen. Ich habe mir schon gedacht, dass es mich fast wundert, warum GTA 6 kein eigenes Event in Fortnite veranstaltet, um den neuen Trailer zu zeigen. Warum eigentlich nicht?"
So begeistert er von Fortnites Zukunft ist, so wenig erbaulich klingt seine Prognose für den Store: "Wenn ich mir den Epic Games Store ansehe, wüsste ich zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nicht, wie sie sich noch davon erholen sollen."