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Wie Apfelbauern mit Hitze und Trockenheit umgehen
Der heimische Apfelanbau kämpft nicht nur mit günstiger Konkurrenz aus dem Ausland: Auch Hitze und ausbleibender Regen belasten Betriebe. Wie Apfelbauern damit umgehen und was in Zukunft helfen könnte.
Apfelbäume, soweit das Auge reicht - in schnurgeraden Reihen wachsen sie auf den hügeligen Flächen des Obsthofs Rembold in der Nähe von Heilbronn. Etwa 30 verschiedene Sorten wachsen hier.
Trotz der vielen Hitzetage in diesem Jahr sehen die Äpfel von Obstbauer Albrecht Rembold noch ziemlich gut aus. Ein Grund dafür sind Hagelnetze. "Bei uns im Betrieb sind die Hagelnetze in der Zwischenzeit Standard geworden. Einfach, um eine Ertragssicherung zu haben", erklärt er. Diese schützten nämlich nicht nur vor Hagel: "In der Zwischenzeit merken wir auch, dass es einen super Zusatzeffekt hat gegen Sonnenbrand bei den Früchten."
Der Unterschied ist deutlich: An Bäumen, die nicht im Schatten der Hagelnetze stehen, sieht man gelbliche Verfärbungen und beschädigtes Gewebe.
Erhitzen die Äpfel sich zu stark, können sie solche Schäden davon tragen.
Aber die Sonne ist nicht allein das Problem, sondern auch der fehlende Regen: Die Apfelbäume hatten wochenlang zu wenig Wasser. Pro Baum fehlen Obstbauer Rembold deshalb nach seiner Schätzung bis zu drei Kilogramm Apfel-Gewicht. Um sich zu schützen, werfen die Bäume bei Wassermangel teilweise sogar Früchte ab.
Deshalb läuft seit ein paar Tagen eine Notfall-Bewässerung. Mit tatkräftiger Unterstützung seiner Familie fährt er nun Wasserkanister zu seinen Apfelbäumen und versorgt sie über feine Tropf-Schläuche. "Wir spielen Feuerwehr: Da, wo es am schlimmsten ist, wird geholfen, dass der Bestand nicht kaputt geht, dass die Qualität erhalten bleibt", sagt Rembold. Er spiele auch mit dem Gedanken, ein Speicherbecken anzulegen, um in der regenreichen Zeit Wasser speichern zu können.
Mit einem Anhänger transportiert Albrecht Rembold die Wasserkanister zu den Bäumen.
So ein Speicherbecken könnte helfen. Aber dafür braucht der Apfelbauer eine Genehmigung und vor allem Geld. Die Einnahmen aus seinen Äpfeln decken so eine große Investition aktuell nicht - zu hoch ist der Preisdruck und die Konkurrenz durch Import-Äpfel.
Trotzdem: An Bewässerungsbecken führt langfristig kein Weg vorbei, sagt Agrarwissenschaftler Franz Rueß von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg. "Gerade der Süden Deutschlands wird auf solche Bewässerungsbecken setzen müssen. Das ist ein Muss für die Betriebe, um zukunftssicher zu sein."