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GTA-6-Leaks: Discord will Take-Twos Vorladung erst nach Zustellung prüfen
Die gerichtliche Anordnung wurde bereits beantragt, Discord hat sie nach eigener Aussage aber noch nicht offiziell erhalten.
Take-Two fährt bei der Suche nach den Verantwortlichen für die jüngsten GTA-6-Leaks schwere juristische Geschütze auf. Unter anderem soll Discord umfangreiche Daten zu Nutzern mehrerer Server herausgeben. Ganz so weit ist es allerdings noch nicht: Discord erklärt nun, dass die entsprechende Anordnung bislang nicht offiziell zugestellt wurde.
Ryan K. Rigney, Marketing Director bei Discord, reagierte auf X auf die Diskussion um die weitreichende Datenanforderung. „Discord wurde bislang keine Vorladung von Take-Two zugestellt“, schreibt Rigney. Sollte das geschehen, werde man „deren Gültigkeit und Umfang prüfen, bevor wir darauf reagieren“.
Das ist mehr als eine juristische Spitzfindigkeit. Take-Two hatte die entsprechenden Anträge am 20. August bei einem US-Bundesgericht eingereicht. Einen Tag später wurden sie genehmigt. Für Discord besteht allerdings erst dann eine Verpflichtung zu reagieren, wenn die Anordnung dem Unternehmen auch formal zugestellt wurde.
Für Diskussionen sorgt vor allem der Umfang der angeforderten Informationen. Take-Two möchte Daten zu Accounts erhalten, die seit dem 1. Juni 2026 auf mehreren in den Unterlagen genannten Discord-Servern aktiv waren.
Gefordert werden je nach Account unter anderem die registrierte E-Mail-Adresse, IP-Adressen bei Registrierung und letztem Login, Telefonnummern, verknüpfte Dienste wie Xbox oder Google sowie zugehörige Gerätekennungen. Die Formulierung in den Unterlagen ist entsprechend breit und könnte eine große Zahl von Nutzern erfassen, obwohl nur ein Bruchteil davon unmittelbar mit den GTA-6-Leaks zu tun haben dürfte.
Genau daran entzündet sich die Kritik. Auf einigen der betroffenen Discord-Server befinden sich Hunderttausende Mitglieder. Ob Take-Two tatsächlich Daten zu allen davon erhalten könnte, ist derzeit offen. Discord hat ausdrücklich angekündigt, den Umfang der Forderung zunächst selbst zu prüfen.
Neben Discord richtet sich Take-Twos Vorgehen auch gegen Microsoft. Dabei geht es unter anderem um OneDrive-Konten, über die geleaktes Material verbreitet worden sein soll, sowie um Xbox-Konten, die mit bestimmten Discord-Profilen verbunden sind.
Microsoft zeigt sich bislang kooperativer. Xbox-CTO Scott Van Vliet erklärte, man arbeite eng mit Take-Two und Rockstar Games zusammen, um den Schutz geistigen Eigentums sicherzustellen.
Take-Two versucht damit weiterhin herauszufinden, wer hinter der jüngsten Welle von GTA-6-Leaks steckt und wie die betreffenden Daten überhaupt nach außen gelangten. Zu den veröffentlichten Inhalten gehörten mehrere Gameplay-Clips mit Verfolgungsjagden, NPC-Verhalten, nächtlichen Fahrten und offenbar neuen Spielmechaniken. Auch eine umfangreiche Karte von GTA 6 kursierte im Netz.