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Unity-Chef hält Konsolen-Krise für vorübergehend: GTA 6 wird zeigen, wie stark der Markt noch ist
Matthew Bromberg sieht die hohen Hardwarekosten als vorübergehendes Problem, erkennt aber auch eine demografische Schwäche des Konsolenmarkts.
Wer in den vergangenen Jahren eine neue Konsole kaufen wollte, musste sich an einen ungewöhnlichen Anblick gewöhnen: Statt mit zunehmendem Alter günstiger zu werden, kosteten einige Modelle plötzlich mehr als zuvor. Unity-Chef Matthew Bromberg hält diese Entwicklung allerdings nicht für dauerhaft.
Im Gespräch mit The Game Business bezeichnete Bromberg die derzeitige Situation bei Konsolenhardware als schwierig. Die Hersteller stünden unter „echtem Kostendruck“. Dass Hardware im Laufe ihres Lebenszyklus teurer statt günstiger werde, sei ungewöhnlich und stelle die bisherigen Gesetzmäßigkeiten des Geschäfts auf den Kopf.
„Das ist beispiellos und ziemlich verrückt. Normalerweise werden solche Produkte mit der Zeit günstiger, nicht teurer. Das ändert aber nichts daran, dass hochwertige Konsolenspiele weiterhin in riesigen Mengen gekauft werden. GTA wird das zeigen“, so Bromberg.
Auch den derzeit hohen Kostendruck bei der Hardware hält Bromberg nicht für dauerhaft. Er geht davon aus, dass die Kosten wieder sinken. Ob dadurch auch die Konsolen selbst günstiger werden und die Hersteller die Einsparungen an die Verbraucher weitergeben, ist allerdings eine andere Frage.
Ganz sorgenfrei blickt Bromberg ohnehin nicht auf den Markt. Neben den steigenden Kosten sieht er ein zweites Problem: Die klassische Konsolenzielgruppe wird älter und seiner Einschätzung nach kommen derzeit nicht mehr im gleichen Umfang jüngere Spieler nach. Noch vor wenigen Jahren habe allerdings nahezu jeder Teenager Fortnite auf einer Konsole gespielt. Für Bromberg ist das ein Beleg dafür, dass entsprechende Spiele auch künftig ein junges Publikum für die Plattformen gewinnen können.
Ich persönlich denke, GTA 6 taugt nur bedingt als Gradmesser für den Konsolenmarkt. Phänomene dieses Kalibers entwickeln meist eine eigene Dynamik und folgen nur noch bedingt dem allgemeinen Trend. Selbst wenn die Zahlen durch die Decke gehen: Über den tatsächlichen Zustand des gesamten Konsolenmarkts sagt ein einziger Ausnahmetitel nur wenig aus.
Nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens Circana lag der durchschnittlich gezahlte Preis für neue Gaming-Hardware in den USA im Mai 2026 bei 502 US-Dollar und damit 14 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Bei der PlayStation 5 stieg der Durchschnittspreis sogar um 33 Prozent auf 672 US-Dollar. Wenig überraschend nennt Circana unter anderem den wachsenden Bedarf von KI-Rechenzentren an Speicher, GPUs, CPUs und anderen Komponenten als einen Faktor, der die Produktionskosten für Konsolen in die Höhe treibt.