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Wie Menschen in Iran unter den wirtschaftlichen Kriegsfolgen leiden
Die USA erlassen neue Sanktionen gegen Iran und drohen auch Handelspartnern des Landes mit wirtschaftlichen Konsequenzen. Während sich das Regime unbeeindruckt zeigt, wird der Alltag für die iranische Bevölkerung noch härter.
Mit zögerlichem Blick betritt Fariba Kimya Navasatli einen Gemüseladen im Süden von Teheran. Erst prüft sie die Preise, dann die Kartoffeln. Sie packt eine Handvoll in eine Plastiktüte und reicht sie dem Verkäufer zum Wiegen. "Ich kaufe Kartoffeln inzwischen einzeln", sagt die 59-jährige Iranerin. "Das gilt auch für Zwiebeln. Aber auf vieles muss ich ganz verzichten."
Zum Beispiel auf frisches Obst, das werde immer öfter zur Ausnahme, sagt Fariba. Früher gehörte es in jeden iranischen Haushalt, vor allem zur Bewirtung von Gästen. Auf dem Tisch standen meist große Schalen, gefüllt mit Äpfeln, Pflaumen und Feigen, dazu Pistazien. Heute kann sich das Fariba nicht mehr leisten. Viele Läden in der Straße hätten bereits schließen müssen, erzählt der Obst- und Gemüsehändler. Auch er wisse nicht, wie lange er noch durchhalten könne. "Was wir heute verkaufen, müssen wir morgen zum doppelten Preis wieder einkaufen. Im Grunde machen wir nur noch Verlust."
Die USA haben gedroht, auch Irans Handelspartner mit Sanktionen zu belegen.
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Die Preise für Lebensmittel schwanken nicht nur, sie sind förmlich explodiert. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate stiegen sie laut dem iranischen Statistikamt durchschnittlich um rund 128 Prozent. Besonders betroffen seien Eier, Hülsenfrüchte, Reis, Brot und Fleisch.
Fariba will sich dennoch beim Metzger nach dem heutigen Preis erkundigen. Sie betritt den Laden, in dessen Auslage ausschließlich abgepacktes Hühnchen zu sehen ist, und kommt nach weniger Sekunden wieder raus - ohne Einkauf. "Ich muss mich auf das beschränken, das wir unbedingt brauchen", sagt sie nachdenklich und läuft weiter.
Die USA wollen Iran wirtschaftlich isolieren und drohen dessen Handelspartnern mit Sanktionen.
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Fariba ist verheiratet und hat zwei Söhne. Einer der beiden kam vor zwei Jahren ums Leben. Sie und ihr Mann arbeiten beide: Er als Kellner, sie war bis vor einigen Jahren Friseurin, fand dann aber keine Arbeit mehr. Jetzt arbeitet sie als Reinigungskraft. Durch die Inflation ist ihr Gehalt wie das der meisten Menschen immer weniger wert, zusätzlich fällt die iranische Währung Rial im Vergleich zu Euro oder Dollar auf immer neue Rekordtiefs. Aktuell gilt sie als schwächste Währung weltweit.
Zum Jahreswechsel war die Wirtschaftskrise Auslöser dafür, dass Teheraner Händler auf die Straße gingen. Innerhalb weniger Tage folgten ihnen Zehntausende Menschen im Land. Das Regime schlug die Proteste damals mit Gewalt nieder, laut UN und mehreren Menschenrechtsorganisationen wurden Tausende Demonstranten getötet. Vielen Iranern stecken diese Ereignisse bis heute in den Knochen. Zeit zum Verarbeiten blieb allerdings nicht: Nur wenige Wochen später begann der Krieg mit den USA und Israel.
Auf die US-Androhung neuer Sanktionen reagiert Teheran scharf: Jeder, der sich daran beteilige, sei ein Feind.
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