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VW-Chef Blume in Zwickau: Unsicherheit bleibt für Beschäftigte
In Zwickau und ganz Südwestsachsen geht die Angst um, dass Volkswagen sein Werk am Standort Mosel nach 2030 schließt. Davon wären nicht nur die Beschäftigten dort betroffen, sondern auch Zehntausende in anderen Branchen, deren Geschäfte direkt und indirekt von VW abhängen. Als Konzernchef Blume am Mittwoch erstmals an einer Betriebsversammlung in Zwickau teilnahm, erhofften sich deshalb alle von ihm ein Bekenntnis zum Standort.
Eine klare Aussage zur Zukunft des Zwickauer Werks blieb VW-Chef Oliver Blume auch diesmal schuldig. Nach Unternehmensangaben lobte er auf der Betriebsversammlung die Anstrengungen der Beschäftigten. "Ihr habt Kosten gesenkt, Abläufe verbessert und den vereinbarten Personalumbau planmäßig vorangebracht. Kurz gesagt: Ihr habt gezeigt, dass Veränderung möglich ist."Trotzdem sei man nicht am Ziel. Es gehe darum, dauerhaft die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern. "Die Arbeitskosten liegen heute bei mehr als dem Doppelten vergleichbarer europäischer Standorte. Und auch bei den Fabrikkosten liegen andere Werke noch deutlich günstiger", so Blume in Zwickau. "Das ist kein Vorwurf, es ist die Realität, an der wir uns messen lassen müssen."
Die VW-Mitarbeiter in Zwickau nahmen die vagen Aussagen des Konzernchefs unterschiedlich auf. Mike Rösler, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates von Volkswagen Sachsen, sprach von einer "gemischten Stimmung". Es habe nicht die Antworten gegeben, die sich viele erhofft hätten, aber auch keine Hiobsbotschaften. Viele Teilnehmer der Betriebsversammlung zeigten sich enttäuscht über die fortdauernde Hängepartie.
Gemeinsam mit Beschäftigten von Zulieferern hatten Dutzende Mitarbeiter vor dem Besuch Blumes in Zwickau für eine Zukunft des Standorts demonstriert. In der Belegschaft sei die Verunsicherung groß, sagte Betriebsratschef Mario Albert MDR SACHSEN. Bei der Betriebsversammlung wolle er Blume an die Einhaltung der geltenden Verträge erinnern. Auch der VW-Sachsen-Gesamtbetriebsratsvorsitzende hatte im Vorfeld Klartext gefordert: "Die Kolleginnen und Kollegen hier bauen mit Leidenschaft Autos und brauchen eine Perspektive, wie es nach 2030 weitergeht", betonte Rösler.
Bis 2030 gilt auch in Zwickau eine Standortgarantie. Für die Zeit danach wird das Werk als eines von vieren in Deutschland genannt, dem die Schließung droht. Allerdings gibt es von der Konzernspitze bisher dazu keine klare Aussage. Die Informationen stammen aus zweiter Hand und erreichten die Beschäftigten bisher nur über die Medien. Die Folge sei eine hochgradige Unsicherheit, beklagte Rösler.
Auch bei der Betriebsversammlung im VW-Stammwerk in Wolfsburg am Dienstag erklärte Konzernchef Blume nur, Ziel des Umbauplans sei eine Zukunft für alle Standorte. Ein Aus für Emden, Hannover, Zwickau und Audi in Neckarsulm sei noch nicht beschlossen, sondern nur die letzte Option. Und diese sei auch immer die teuerste. Zugleich räumte er ein, für die vier Standorte "können wir heute noch keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre darstellen" – sprich, gibt es nicht genug Aufträge.
Alle erwarten von VW-Chef Oliver Blume klare Aussagen zur Zukunft der deutschen Werksstandorte - aber er bleibt sie weiter schuldig.
Dabei gilt die Fabrik in Zwickau als Pionier in der Elektromobilität bei Volkswagen. Dort werden seit 2020 ausschließlich E-Autos gebaut. Weil die Nachfrage nach den dort gefertigten Modellen aber zuletzt zu gering war, ist die Zahl der Beschäftigten von einst 11.000 bereits auf aktuell 8.000 gesunken. Und der Abbau von mehr als 1.000 weiteren Jobs ist schon beschlossen. Kommendes Jahr soll eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden.
Betriebsrat Rösler verweist auf die Sparanstrengungen in allen Bereichen in Zwickau und die Suche nach neuen Geschäftsfeldern, um den Standort zu erhalten. So gewinnt derzeit die Demontage von gebrauchten Fahrzeugen an Bedeutung. Die Zahl der damit beschäftigten Mitarbeiter soll bis Jahresende auf 100 und perspektivisch auf bis zu 1.000 steigen. Eine wei