// HEISE ONLINE — INTELLIGENZA ARTIFICIALE
Schwarz Digits baut großes KI-Rechenzentrum in Mecklenburg-Vorpommern
Nach einem 200-Megawatt-Rechenzentrum in Brandenburg baut Schwarz Digits eines mit 240 MW bei Rostock, wo es viel Windenergie gibt. Bis 1 Gigawatt sind möglich.
Rendering des Rechenzentrums Lübbenau von Schwarz Digits
This article is also available in
English.
It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Gut drei Wochen vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern verkündet Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eine große Gewerbeansiedelung: In Dummerstorf bei Rostock soll eines der bisher größten deutschen Rechenzentren entstehen. Schwarz Digits, die IT-Sparte der Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland, StackIT), plant dort eine Kapazität von 240 Megawatt (MW). Die hohe Anschlussleistung ist vor allem für KI-Systeme nötig.
Die Schwarz-Gruppe will in Dummerstorf bis 2033 rund 5,6 Milliarden Euro investieren. Der größte Teil des Geldes dürfte allerdings in die KI-Server fließen.
Update: Die Schwarz-Gruppe erwägt einen künftigen Ausbau des Standorts auf bis zu 1 Gigawatt (GW). Aus heutiger Sicht wäre das eines der größten Rechenzentren in Deutschland.
Ende Juli hatte die EU-Kommission die sogenannten „AI Gigafactories“ ausgeschrieben. Es gilt als sicher, dass Schwarz Digits zu den Bewerbern gehört, wohl gemeinsam mit der Deutschen Telekom.
Die Planung für das Rechenzentrum Dummerstorf läuft schon länger, laut Presseberichten hatte es der Projektentwickler Freo Group vorangetrieben. Die Gemeinde Dummerstorf hatte Pläne für das "Gewerbe- und Logistikzentrum Ostsee 3.0" im Oktober 2025 angepasst.
Das Gewerbegebiet liegt dicht am Autobahnkreuz von A19 und A20 und rund 8 Kilometer vom Stadtzentrum Rostock entfernt. Die Abwärme soll laut einer Absichtserklärung als Fernwärme für Rostock genutzt werden, die dort bereits rund 40 Prozent des Gesamtwärmebedarfs deckt.
Wenige Kilometer von Dummerstorf entfernt liegt mit der Konverterstation Bentwisch ein Anschluss an Offshore-Windkraft sowie auch ein großes Umspannwerk. In Mecklenburg-Vorpommern wird sehr viel mehr Strom aus Windkraft und Photovoltaik erzeugt, als dort insgesamt verbraucht wird.