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Energieversorgung: Sind Deutschlands Gasspeicher ausreichend voll?
Sind die Gasspeicher voll genug, damit Wirtschaft und Bevölkerung gut durch den Winter kommen? Und sind hohe Gasreserven überhaupt noch nötig - oder hat sich die Lage am Weltmarkt entspannt?
Gas wird in Deutschland hauptsächlich in unterirdischen Speichern gelagert. Dabei wird zwischen sogenannten Kavernen- und Porenspeichern unterschieden. Diese Speicher dienen dazu, Schwankungen über den Jahresverlauf auszugleichen, also im Sommer Vorräte für den Winter anzulegen, in dem in der Regel mehr Gas verbraucht wird. Bei Kavernenspeichern handelt es sich um künstliche Hohlräume in Salzstöcken; Porenspeicher sind natürlich vorkommende unterirdische Räume in durchlässigen Gesteinsformationen.
Diese unterirdischen Speicher liegen in mehreren Hundert bis 2.000 Meter Tiefe, es gibt laut der "Initiative Energien Speichern", dem Zusammenschluss der Gas- und Wasserstoffspeicher, 47 solcher unterirdischen Gasspeicherstandorte. Die Größe variiert von 0,5 Terawattstunden (Kiel-Rönne) bis hin zu 35,7 Terawattstunden (Rehden). Die Kapazitäten in den Speichern werden in Auktionsverfahren vergeben.
Laut den Daten, die die Bundesnetzagentur von den Speicherbetreibern über die Transparenzplattform AGSI+ erhält, lag der Füllstand zuletzt bei 51 Prozent. Vor einem Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt knapp 69 Prozent.
Wie viel Gas zu welchem Zeitpunkt gespeichert sein soll, regelt in Deutschland die Gasspeicherfüllstandsverordnung. Gesetzlich vorgeschrieben ist beispielsweise, dass die meisten Gasspeicher in Deutschland zum 1. November mindestens zu 80 Prozent gefüllt sein müssen. Für einige große Speicher (zum Beispiel in Bad Lauchstädt, Frankenthal und Uelsen) liegt die Vorgabe lediglich bei 45 Prozent.
In der Summe ergibt sich daraus laut Bundesnetzagentur ein durchschnittlicher deutschlandweiter Speicherstand von 70 Prozent, der Anfang November erreicht sein muss. Aktuell gehe man davon aus, so eine Sprecherin der Bundesnetzagentur, dass Speicherstände zwischen 60 und 70 Prozent zu Beginn des Winters grundsätzlich ausreichten, um die durchschnittliche Gasnachfrage während des Winters zu decken - wenn parallel weiter Gas importiert werden könne.
Die Sprecherin weist darauf hin, dass es dem Energiemarkt bislang auch unter widrigsten Bedingungen gelungen sei, Deutschland mit ausreichend Erdgas zu versorgen. Was der Markt nicht leisten könne, sei die Vorsorge für "exogene Schocks" wie beispielsweise große Sabotageakte. Genau aus diesem Grund plane die Bundesregierung auch eine strategische Gasreserve aufzubauen.
Laut der Energiewirtschaft sind die Vorgaben für den Winter kaum mehr zu schaffen. Händlern läuft die Zeit davon.
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Die Gasspeicherfüllstandsverordnung ist noch relativ neu. Sie wurde 2022 als Reaktion auf die Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine eingeführt. Mit dem Ziel, in Deutschland so viel Gas vorrätig zu halten, dass Bevölkerung und Wirtschaft gut durch den Winter kommen - auch ohne Gaslieferungen aus Russland. 2025 wurden die ursprünglich noch strengeren Vorgaben (Speicherstände von bis zu 90 Prozent am 1. November) gelockert, weil die Bundesregierung die Versorgungslage heute als stabiler einschätzt als unmittelbar während der Gaskrise 2022/23.
Die Gasimporte nach Deutschland schwanken leicht von Tag zu Tag. Nach Angaben der Bundesnetzagentur bezog Deutschland am 24. August 2026 insgesamt 2.465 Gigawattstunden - davon kamen etwa 20 Prozent aus den Niederlanden, 24 Prozent aus Belgien und 42 Prozent aus Norwegen. 328 Gigawattstunden und damit etwa 13 Prozent der Gasimporte kamen als Flüssiggas (LNG) nach Deutschland.