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Anthropic spendiert seiner KI Claude einen eigenen Browser
Anthropic erweitert die Desktop-App Claude Cowork um einen eigenen Browser. KI-Agenten können damit Aufgaben im Hintergrund erledigen.
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Anthropic spendiert seiner KI Claude einen eigenen Browser. In der Desktop-App Claude Cowork können Nutzer damit Aufträge an die KI delegieren, die im Hintergrund erledigt werden, während sie mit ihrem eigenen Browser weiterarbeiten. Zudem soll der KI-interne Browser Vorteile bei der Sicherheit haben.
Der integrierte Browser öffnet sich in Claude Cowork automatisch in einem Seitenpanel, wenn eine Aufgabe eine Website erfordert, schreibt Anthropic in einem Blogbeitrag. Claude kann darin selbstständig navigieren, Seiten lesen, klicken und Formulare ausfüllen. Als mögliche Einsatzzwecke nennt Anthropic das Extrahieren von Zahlen aus Dashboards oder das Einsammeln von Rechnungen aus Portalen, die nicht über einen Connector an die KI angebunden sind.
Vieles, was Claude im Browser erledigt, dürfte das KI-Modell mit seiner Webfunktion schon vorher beherrscht haben. Neu ist für den Nutzer, dass er die Vorgänge durch das Sichtbarmachen im Browser besser nachvollziehen kann. Es dürfte also neben funktionalen Erweiterungen vor allem auch um Transparenz gehen.
Bislang war für den Web-Zugriff in Claude Cowork die Chrome-Extension „Claude in Chrome“ nötig, über die die KI den Browser des Nutzers steuert. Der neue, eigene Browser trennt Anthropic zufolge Nutzer- und KI-Aktivitäten sauberer voneinander – was auch Sicherheitsvorteile mit sich bringen könne. Der KI-Browser habe keinen Zugriff auf Tabs, Lesezeichen und Passwörter des Nutzers. Einen eingebauten Browser hat Anthropic auch für Claude Code auf dem Desktop eingeführt.
Der Zugriff über den Chrome-Browser des Nutzers bleibt weiterhin sinnvoll, wenn es um Arbeiten auf bereits geöffneten Seiten geht – speziell, wenn diese eine Anmeldung voraussetzen, etwa bei E-Mail-Postfächern, Dokumentbearbeitungen oder Systemen fürs Customer-Relationship-Management (CRM). Der KI-interne Browser eignet sich dagegen für Aufgaben, die nebenbei laufen sollen, wie Recherchen und Datensammlungen. Ist die Chrome-Extension bereits installiert, bleibt sie laut Anthropic der Standard; wer stattdessen den neuen, eigenen Browser nutzen möchte, muss das einmal in den Einstellungen unter „Cowork/Preferred Browser“ festlegen.
Laut Anthropic soll es möglich sein, einzelne Logins aus Chrome, Edge und Firefox zu übernehmen. Banking-Seiten, E-Mail-Konten und Single-Sign-On-Dienste sind davon jedoch grundsätzlich ausgenommen, sofern Nutzer sie nicht explizit freigeben. Ferner weist Anthropic darauf hin, dass die gleichen Risiken bestehen wie bei jedem browsergesteuerten KI-Agenten. So könnten etwa versteckte Anweisungen auf Webseiten zu Fehlverhalten führen (Prompt Injection). Deshalb gebe es dieselben Schutzmechanismen wie bei Claude in Chrome, darunter Abgleiche von Claudes Aktionen mit der ursprünglichen Nutzeranfrage. Anthropic empfiehlt, die Funktion zunächst nur auf vertrauenswürdigen Seiten einzusetzen.
Der neue Browser läuft ausschließlich innerhalb der Desktop-App. Wer Claude über die Web-Oberfläche oder mobil nutzt, kann den Browser weiterhin steuern lassen – vorausgesetzt, die Desktop-App ist geöffnet und online. Ohne Desktop-App bleibt Claude in Chrome die einzige Möglichkeit für Web-Zugriffe.
Der neue Browser soll diese Woche für Nutzer in den Tarifen Pro, Max und Team in der Claude-Desktop-App (macOS, Windows, Linux) freigeschaltet werden. Enterprise-Kunden steht die Funktion bereits jetzt zur Verfügung, Admins können sie in den Organisationseinstellungen zentral verwalten.