// STADT-BREMERHAVEN — FINANZA
EU-Zoll auf Kleinpakete: Importe aus China brechen um bis zu 40 Prozent ein
von Carsten Knobloch
29. Aug. 2026 |
6
Seit dem 1. Juli verlangt die Europäische Union eine pauschale Zollabgabe von 3 Euro pro Produktkategorie auf Kleinpakete mit einem Warenwert unter 150 Euro. Zuvor waren solche Sendungen von den Einfuhrabgaben befreit. Die Neuerung zeigt nun offenbar unmittelbar Wirkung: Laut Zahlen des französischen Zolls, die das dortige Wirtschaftsministerium vorgelegt hat, sind die Importe entsprechender Kleinsendungen in die EU um 30 bis 40 Prozent eingebrochen.
Besonders stark macht sich der Einschnitt bei den Plattformen im direkten Vergleich zwischen Juni und Juli bemerkbar. Das Volumen bei Temu ist um 50 Prozent eingebrochen, AliExpress verzeichnet ein Minus von 37 Prozent. Shein hielt sich mit einem Rückgang von 15 Prozent stabiler, was vor allem an einem Ende 2025 in Polen eröffneten Logistikzentrum liegen soll, das die steuerlichen Auswirkungen abfedert.
Die EU begründete den Schritt damals mit unfairen Vorteilen gegenüber europäischen Händlern und erheblichen Sicherheitsbedenken. 2025 gelangten 5,9 Milliarden solcher Niedrigpreis-Artikel in die EU, was mehr als 16 Millionen Paketen täglich entsprach. Bei Kontrollen im selben Jahr erfüllten über 60 Prozent der überprüften Waren die europäischen Sicherheits- und Produktnormen nicht.
Die aktuelle Drei-Euro-Pauschale ist noch keine finale Lösung, sondern Teil des Übergangs zu einer umfassenden EU-Zollreform für 2028. Bereits ab November könnten zudem weitere Gebühren zur Deckung des Verwaltungsaufwands bei der Paketabfertigung hinzukommen.
Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kauft ihr darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision - ohne Aufpreis für euch und ohne Einfluss auf unsere redaktionelle Meinung.