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Preis der Steam Machine: Subventionen sind für Konsolen, sagt Valve
Wer eine Steam Machine möchte, muss dank KI-getriebener Speicherpreis-Apokalypse über 1.000 Euro ausgeben. Einen subventionierten Preis hält Valve für nicht gesund. Man ist davon überzeugt, dass ein offenes System besser sei, versucht das Unternehmen zu erklären. Das verlangt nach kritischer Einordnung.
Ab 1.039 Euro startet eine Steam Machine bei Valve. Dafür gibt es 512 GB Speicher und noch keinen Controller. Für die Hardware-Spezifikationen ist das viel Geld, auch wenn der Formfaktor angenehm winzig bleibt. Wie viel teurer die Knappheit von Speicherkomponenten den Valve-Rechner gemacht haben, lässt sich nicht genau sagen. Valve sprach von einer Erhöhung etwa im gleichen Rahmen wie beim Steam Deck, dessen Preis um 30 Prozent angehoben wurde.
Auf einen subventionierten Preis brauchen Käufer nicht hoffen. In der Ankündigung distanziert sich Valve vom Konsolen-Modell, man verstehe die Steam Machine als „Erweiterung des PC-Gamings“.
In die gleiche Kerbe schlug der Konzern in einer Stellungnahme gegenüber The Verge. „Wenn wir bei etwas dogmatisch sind, dann bei unserem Glauben, dass offene Systeme langfristig besser sind, für uns und unsere Kunden“, heißt es darin. Gerade die Offenheit des PC-Ökosystems habe Hard- und Software-Innovationen hervorgebracht. Jeder der meine etwas besser machen zu können, könne sich daran versuchen.
Das setzt Vale in Zusammenhang mit einem realistischen Preis. Werde nicht kostendeckend verkauft, wird das immer getan, um ein geschlossenes System zu bauen, bei dem sich nicht ausgesucht werden könne welche Software genutzt wird. „Wir wollen das nicht für PC Hardware, und wir denken nicht dass ihr das wollen solltet“, so Valve weiter. Es soll nicht das Gefühl herrschen, Valve-Hardware kaufen zu müssen, sondern sie als eine Option unter vielen sehen und schauen, welche am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. Hardware zu subventionieren laufe dem zuwider.
Auf den ersten Blick klingt das vernünftig und im Sinne der Kunden. In Abwägungen kann aber durchaus einfließen, dass ein Gerät günstiger als die Konkurrenz angeboten wird, das ist das eine. Das andere: Wer seine Hardware subventioniert, muss nicht zwingend Software fest vorgeben, er könnte sie schlicht offen lassen.
Es ist nicht so, als könnte sich Valve das nicht leisten, das Unternehmen ist dank seiner Plattformgebühr und einer quasi-marktbeherrschenden Stellung auf dem PC ungemein profitabel. Das muss es sein, wenn Besitzer Gabe Newell eine Luxusyacht für 500 Millionen US-Dollar und jüngst eine Villa für 70 Millionen US-Dollar erwerben kann.
Die Sache ist am Ende diese: Valve muss seine Plattform nicht durch exklusive Spiele oder günstige, an Software gebundene Hardware bewerben, weil es in Gänze und der Feature-Breite wenig echte Alternativen gibt. Erst recht nicht unter Linux, wo Proton und SteamOS stehen – und andere Launcher oder Stores eine noch geringere Präsenz haben. So ist auch der Linux-Zug zu verstehen, er sichert Valve gegenüber Microsoft ab. Überlegungen, Windows zu einer geschlosseren Plattform umzubauen gab es in Redmond immer mal wieder.
Und so ist Valve faktisch längst eine Art Plattformbetreiber geworden, der nur nicht so genannt werden will und der Wert auf einen offeneren Anstrich legt. Es hat durchaus Gründe, warum Sonys Rückkehr zu Exklusivspielen auch von Valves neuer Hardware-Sparte getrieben wurde. Die bietet schließlich genau das, ein Konsolen-artiges Nutzungserlebnis. Am Ende gilt also: Die Leute kaufen ohnehin bei Steam, deren PC muss deshalb nicht günstiger gemacht werden und Valve kann auch daran noch verdienen.