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Nach SpaceX-Übernahme: OpenAI will Cursor die Modelle entziehen
OpenAI will die Zusammenarbeit mit dem KI-Codeeditor Cursor nach dessen Übernahme durch SpaceX beenden. Als Grund nennt der ChatGPT-Entwickler ausdrücklich mangelndes Vertrauen in Elon Musks Firmen. Für Cursor-Nutzer könnte die praktische Tragweite allerdings überschaubar bleiben.
OpenAI hat SpaceX darüber informiert, den Vertrag zur Bereitstellung seiner KI-Modelle in Cursor beenden zu wollen. Als vorgeschlagenen Abschalttermin nennt das Unternehmen den 12. November 2026. Dabei gewähre OpenAI die längste im Vertrag vorgesehene Vorlaufzeit, damit Entwickler möglichst lange auf die Modelle zugreifen könnten.
Auslöser ist die Übernahme des Cursor-Entwicklers Anysphere durch SpaceX, die am 14. August abgeschlossen wurde. Der Vertrag räumt OpenAI nach eigenen Angaben bei einem Kontrollwechsel nur ein begrenztes Zeitfenster für eine Kündigung ein. Dieses will das Unternehmen nun nutzen. Neue Modelle wie das angekündigte Astra sollen Cursor ebenfalls nicht mehr erreichen.
Ungewöhnlich deutlich wird OpenAI bei der Begründung für den geplanten Rückzug: Man könne nicht darauf vertrauen, dass SpaceX die Technologie im Rahmen der Nutzungsbedingungen einsetzen werde. OpenAI verweist dabei auf frühere Erfahrungen mit Unternehmen von Elon Musk.
So habe das nach der Übernahme in X umbenannte Twitter einen Vertrag mit OpenAI gebrochen. Außerdem habe Musk unter Eid eingeräumt, dass xAI gegen OpenAIs Nutzungsbedingungen verstoßen habe. Musk reagierte laut Reuters mit den Worten, die Entscheidung sei ihm völlig gleichgültig, und erhob seinerseits Vorwürfe gegen OpenAI.
Cursor bemüht sich derweil um eine Lösung. Das Unternehmen befinde sich weiterhin in Gesprächen mit OpenAI und wolle in den kommenden Wochen mitteilen, wie der Zugriff auf dessen Modelle fortgesetzt werden könne. Aktuell entfielen aber lediglich rund fünf Prozent des gesamten Modellverkehrs in Cursor auf OpenAI-Modelle. Die unmittelbaren Folgen für die Mehrheit der Nutzer dürften deshalb überschaubar bleiben.
Direkte Partnerschaften mit Anthropic, Google, Meta und Musks KI-Angebot Grok sollen fortbestehen. Anthropic hat nach einem Bericht von Reuters bereits angekündigt, zusätzliche Rechenkapazität für Claude-Modelle in Cursor bereitzustellen.
Der Streit hat damit vor allem große symbolische Tragweite: OpenAI zieht sich unmittelbar nach der 60 Milliarden US-Dollar schweren SpaceX-Übernahme zurück und trägt seinen Konflikt mit Musk über ein Produkt aus, das Entwickler täglich verwenden.
Noch steht das endgültige Aus allerdings nicht fest. OpenAI spricht von der Absicht, den Vertrag zu beenden, und von einem vorgeschlagenen Abschalttermin. In Stein gemeißelt ist die Entscheidung also noch nicht.