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Knappes Rennen bei EU-Referendum in Island
Noch sind nicht alle Stimmen in Island ausgezählt. Die beiden Lager beim Referendum über die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen lagen fast gleich auf, doch kurz vor Ende der Auszählung zeichnet sich ein Nein immer deutlicher ab.
Bei dem Referendum in Island über die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU liegen die Gegner der Regierungsvorschlags kurz vor Ende der Auszählung vorne. Wie der Sender RUV berichtete, kamen sie auf mehr als 52 Prozent der Stimmen. Dabei hatte sich noch kurz nach Beginn der Auszählung erst ein Vorsprung der Befürworter abgezeichnet, später lagen die beiden Lager fast gleich auf.
Ein verlässliches Ergebnis werde erst für Sonntagmittag erwartet, teilte die Wahlleitung mit. Umfragen hatten zuletzt auf ein knappes Rennen hingedeutet.
Ein "Ja" würde Gespräche mit Brüssel ermöglichen. Über einen tatsächlichen EU-Beitritt müsste Island zu einem späteren Zeitpunkt in einem zweiten Referendum entscheiden. Befürworter der Gespräche argumentieren, eine Mitgliedschaft könne die hohen Zinsen im Land senken und angesichts des Krieges in der Ukraine mehr Sicherheit bieten. Gegner befürchten hingegen einen Verlust der Souveränität und der Kontrolle über die für das Land wichtigen Fischereigewässer.
Es geht um Sicherheit, Souveränität, Fischereirechte: Bei dem Referendum ist Island gespalten wie nie.
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"Dies ist ein großer Tag, wir haben jahrelang auf diese Abstimmung gewartet", sagte Ministerpräsidentin Kristrun Frostadottir. Ihre Regierung werde ihre Arbeit unabhängig vom Ausgang fortsetzen.
Island hatte bereits 2009 inmitten einer schweren Finanzkrise einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt, eine euroskeptische Regierung legte den Prozess jedoch 2013 auf Eis. Die jüngsten geopolitischen Unruhen haben die seit Jahrzehnten geführte Debatte neu belebt. Sollte das Referendum zugunsten von Verhandlungen ausfallen, könnten die Gespräche laut Außenministerium bis Ende 2026 beginnen und 18 bis 24 Monate dauern.